Gefache vollständig statt nur oberflächlich dämmen

Eine Holzrahmenwand besteht aus tragenden Ständern und beidseitigen Bekleidungs- oder Beplankungsebenen. Der Raum zwischen den Ständern bildet geschlossene Gefache. Einblasdämmstoff wird über definierte Öffnungen eingebracht und verteilt sich auch um Installationen und kleinere Unregelmäßigkeiten.

Das Verfahren eignet sich für Neubau, Vorfertigung und bestimmte Sanierungen. Im Bestand muss sicher geklärt sein, wie jedes Gefach begrenzt ist und ob Öffnungen, Querhölzer oder verbundene Hohlräume einen kontrollierten Einbau verhindern.

Luftdicht innen, winddicht außen

Raumseitig begrenzt eine dauerhaft luftdichte Ebene den Feuchteeintrag aus der Innenluft. Außenseitig schützt eine winddichte und zum Aufbau passende Ebene den Dämmstoff vor Durchströmung und Witterung. Beide Ebenen müssen vor dem Einblasen ausreichend geschlossen und mechanisch belastbar sein.

Leckagen an Steckdosen, Fenstern, Deckenanschlüssen und Durchdringungen werden nicht durch Dämmstoff repariert. Sie werden vor oder im Zuge der Maßnahme systemgerecht abgedichtet.

Zulassung und Einbaudichte bestimmen das Ergebnis

Verwendet wird ein für die Hohlraumdämmung in Wänden bewerteter Dämmstoff. Zellulose, Holzfaser und lose Mineralwolle haben unterschiedliche Einbaudichten, Brand- und Feuchteeigenschaften. Maßgeblich sind die Leistungserklärung, ETA oder Zulassung und die Verarbeitungsvorgaben des konkreten Produkts.

Der Fachbetrieb bringt den Dämmstoff mit der vorgeschriebenen Dichte ein. Materialmenge und Gefachvolumen werden dokumentiert. Eine zu geringe Dichte kann bei geeigneten faserigen Stoffen Setzungen begünstigen, eine ungeplante Überverdichtung kann Beplankungen belasten.

Öffnungen schließen und Qualität dokumentieren

Nach dem Einblasen werden die Öffnungen dauerhaft und passend zur jeweiligen Funktionsschicht geschlossen. Stichproben, Materialverbrauch, Geräteeinstellung und Einbaudichte bilden die Qualitätskontrolle. Bei Neubauten lässt sich die Luftdichtheit zusätzlich vor dem Innenausbau prüfen.

Appiarius führt das Verfahren nur bei eindeutig begrenzten, trockenen und geeigneten Gefachen aus. Eine bewitterte Hohlschicht im zweischaligen Mauerwerk ist etwas anderes: Dort sind Zellulose und Holzfaser nicht geeignet.

Schematischer horizontaler Querschnitt einer Holzrahmen-Außenwand mit luftdichter Innenseite, Holzständern, gefülltem Dämmgefach und winddichtem Fassadenaufbau
Diagramm: Das Gefach wird zwischen den Holzständern setzungssicher gefüllt. Luftdichtheit innen, Winddichtheit außen und der Feuchtezustand sind vorab zu prüfen.

Geeignete Dämmstoffe

Häufige Fragen

Kann Zellulose in jede Außenwand eingeblasen werden?

Nein. Sie passt in dafür geplante, geschlossene und trockene Holzrahmen-Gefache. In der bewitterten Hohlschicht eines zweischaligen Mauerwerks ist sie nicht geeignet.

Wie wird eine Setzung vermieden?

Durch den richtigen Dämmstoff, die produktspezifische Einbaudichte, vollständig begrenzte Gefache und dokumentierten Materialverbrauch.

Repariert Einblasdämmung eine undichte Dampfbremse?

Nein. Die luftdichte Ebene ist eine eigene Funktion und wird vor dem Einblasen fachgerecht hergestellt und angeschlossen.

Wie wird die Einbaudichte kontrolliert?

Aus eingebrachtem Materialgewicht und gefülltem Volumen sowie den Vorgaben der Produktbewertung. Der Fachbetrieb dokumentiert die relevanten Einbaudaten.

Quellen

Allgemeine Verfahrenskunde, Stand Juli 2026, ohne Gewähr. Produktbewertung, Holz- und Feuchteschutz sowie der konkrete Wandaufbau sind maßgeblich. Die Ausführung erfolgt durch einen für das Einblassystem qualifizierten Fachbetrieb.