Kennwerte im Überblick

Wärmeleitfähigkeit (Lambda) 0,038 W/(m·K) Nennwert, 0,040 W/(m·K) Bemessungswert
Wärmeleitstufe (WLS) 040 (Bemessungswert; Nennwert 0,038)
Brandverhalten B2 nach DIN 4102 (normal entflammbar); Euroklasse E nach DIN EN 13501-1
Rohdichte (eingebaut) ca. 28 bis 50 kg/m³, je nach Bauteil und Einblasverfahren
Dampfdiffusionswiderstand (Mu) 1 bis 2 (sehr diffusionsoffen)
Wärmespeicherkapazität ca. 2.100 J/(kg·K), hoch, gut für den sommerlichen Hitzeschutz
Lieferform lose Fasern im Sack zum maschinellen Einblasen
Rohstoff Nadelholz-Fasern, je nach Produkt mit oder ohne Brandschutzsalze
Zulassung allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (z.B. Z-23.11-1120, Z-23.11-1873) bzw. ETA-12/0181
Kostenniveau mittlerer Bereich der Einblasdämmstoffe, meist über Zellulose (projektabhängig)

Was Holzfaser-Einblasdämmung ist

Der Holzfaser-Einblasdämmstoff besteht aus zerfaserten Nadelhölzern, die zu losen Flocken aufbereitet werden. Anders als die bekannten Holzweichfaserplatten wird das Material nicht als Platte verlegt, sondern maschinell als lose Faser in Hohlräume eingeblasen.

Beim Einblasen legen sich die Fasern dicht an alle Begrenzungen und um Einbauten. So entsteht eine fugenlose Dämmschicht ohne Plattenstöße. Das macht den Einblasdämmstoff vor allem für geschlossene Hohlräume im Holzbau und in der Sanierung interessant. Manche Produkte kommen ohne Borsalze aus und setzen für den Brandschutz nur auf den Holzanteil selbst.

Wärmeschutz, Feuchte und Brandverhalten

Die Wärmeleitfähigkeit liegt mit einem Nennwert um 0,038 W/(m·K) (Bemessungswert 0,040) im üblichen Bereich der gängigen Einblasdämmstoffe. Für die Dämmwirkung sind neben dem Material vor allem die erreichte Schichtdicke und eine gleichmäßige, setzungssichere Einblasdichte entscheidend.

Holzfaser ist stark diffusionsoffen (Mu-Wert 1 bis 2) und kann Feuchte zwischenspeichern und wieder abgeben. Mit einer Wärmespeicherkapazität von rund 2.100 J/(kg·K) verzögert das Material den Wärmedurchgang im Sommer spürbar. In geschützten, bauphysikalisch geeigneten Aufbauten ist das ein Vorteil. In dauerhaft feuchten, erdberührten oder bewitterten Bereichen ist Holzfaser dagegen nicht geeignet.

Holz ist brennbar. Der Einblasdämmstoff wird nach DIN 4102 als normal entflammbar (B2) und nach DIN EN 13501-1 in die Euroklasse E eingestuft. Maßgeblich ist immer die jeweilige Produktzulassung.

Typische Einsatzbereiche

Holzfaser-Einblasdämmstoff wird in geschützten, nicht bewitterten Bauteilen eingesetzt: in der Dachschräge zwischen den Sparren, in Holzbalkendecken, auf der obersten Geschossdecke und in geschlossenen Gefachen von Wand- und Dachelementen im Holzrahmenbau. In all diesen Fällen liegt ein begrenzbarer Hohlraum ohne direkte Schlagregenbelastung vor.

Für die Kerndämmung der bewitterten zweischaligen Außenwand ist Holzfaser nicht geeignet und dort auch nicht bauaufsichtlich zugelassen, weil das Material Feuchte aufnimmt. In der Hohlschicht kommen nur dauerhaft wasserabweisende Dämmstoffe nach DIN 4108-10 infrage. Ob Holzfaser, Zellulose oder ein anderer Einblasdämmstoff sinnvoller ist, hängt vom Bauteil, von der Feuchtesituation und vom Brandschutz ab. Diese Einordnung gehört vor das Angebot, nicht danach.

Ökologie und Entsorgung

Holzfaser bindet als nachwachsender Rohstoff Kohlenstoff und schneidet in der ökologischen Gesamtbewertung unter den gängigen Dämmstoffen gut ab. Produkte ohne Borsalze lassen sich am Lebensende einfacher beurteilen.

Eingebaute Holzfaser wird je nach Zustand und örtlicher Regelung entsorgt oder thermisch verwertet. Die konkreten Wege richten sich nach den Vorgaben des Entsorgers und der jeweiligen Produktausrüstung.

Vor- und Nachteile

Vorteile

  • fugenlose, hohlraumfüllende Dämmung ohne Plattenstöße
  • stark diffusionsoffen, kann Feuchte puffern
  • hohe Wärmespeicherkapazität, gut gegen sommerliche Hitze
  • nachwachsender Rohstoff, je nach Produkt ohne Borsalze
  • gut geeignet für geschlossene Gefache im Holzbau

Grenzen

  • nur maschineller Einbau durch Fachbetrieb sinnvoll
  • setzungsempfindlich bei zu geringer Einblasdichte
  • nicht für dauerhaft feuchte, erdberührte oder bewitterte Bereiche (keine Kerndämmung)
  • Grundstoff brennbar, Brandverhalten produktabhängig (Euroklasse E)
  • Kostenniveau meist über Zellulose

Häufige Fragen

Ist Holzfaser-Einblasdämmstoff dasselbe wie eine Holzweichfaserplatte?

Nein. Es ist derselbe Grundstoff in anderer Form. Die Platte wird verlegt und gehört in WDVS, Aufsparrendämmung oder Innendämmung. Der Einblasdämmstoff ist eine lose Faser, die maschinell fugenlos in Hohlräume eingeblasen wird.

Ist Holzfaser brennbar?

Holz ist brennbar. Der Einblasdämmstoff wird nach DIN 4102 als normal entflammbar (B2) und nach DIN EN 13501-1 in die Euroklasse E eingestuft. Maßgeblich ist die jeweilige Produktzulassung.

Eignet sich Holzfaser für die Kerndämmung der Außenwand?

Nein. In der bewitterten Hohlschicht eines zweischaligen Mauerwerks ist Holzfaser nicht zugelassen, weil sie Feuchte aufnimmt. Dort kommen nur dauerhaft wasserabweisende Dämmstoffe nach DIN 4108-10 zum Einsatz. Holzfaser bleibt geschützten Innenbauteilen wie Decken, Dachschrägen und Holzbau-Gefachen vorbehalten.

Setzt sich die eingeblasene Holzfaser mit der Zeit?

Bei fachgerechtem Einbau mit korrekt eingestellter Einblasdichte wird eine spätere Setzung vermieden. Genau deshalb wird das Material maschinell und kontrolliert eingebracht, nicht von Hand geschüttet.

Quellen

Allgemeine Materialkunde, Stand Juni 2026, ohne Gewähr. Dieser Beitrag ersetzt keine Energieberatung und keine Planung. Welcher Dämmstoff im konkreten Fall geeignet ist, entscheidet die Prüfung des Bauteils vor Ort.