Kennwerte im Überblick

Wärmeleitfähigkeit (Lambda) 0,034 bis 0,040 W/(m·K), je nach Produkt und Einbaudichte
Wärmeleitstufe (WLS) 035 bis 040 (Knauf Supafil Cavity Wall: WLS 035, Nennwert 0,034 W/(m·K))
Brandverhalten A1 nach DIN EN 13501-1 (nichtbrennbar); A1 nach DIN 4102, ohne Flammschutzmittel
Schmelzpunkt Glaswolle ca. 600 bis 700 °C (anorganische Glasfaser)
Rohdichte (eingeblasen) ca. 30 bis 40 kg/m³, je nach Bauteil und Einblasdichte
Dampfdiffusionswiderstand (Mu) 1 (sehr diffusionsoffen, entspricht ruhender Luft)
Feuchteverhalten durchgehend hydrophobiert, dauerhaft wasserabweisend (WS nach DIN EN 14064-1)
Lieferform lose Glaswolleflocken (Sackware) zum maschinellen Einblasen
Rohstoff Glasfasern aus Altglas und mineralischen Rohstoffen, kunstharzfrei
Zulassung ETA (z. B. ETA-18/0707), Produktnorm DIN EN 14064-1, DIN 4108-10 Anwendungstyp WZ
Kostenniveau unterer bis mittlerer Bereich der Einblasdämmstoffe (projektabhängig)

Was Glaswolle-Einblasdämmung ist

Glaswolle-Einblasdämmstoff besteht aus losen, kunstharzfreien Glasfaserflocken, die überwiegend aus Altglas und mineralischen Rohstoffen geschmolzen werden. Anders als die bekannten Glaswollematten wird dieses Material nicht verlegt, sondern maschinell als lose Flocke in Hohlräume eingeblasen.

Weil sich die Fasern dabei dicht an alle Begrenzungen und um Einbauten legen, entsteht eine fugenlose Dämmschicht. Das macht Glaswolle für die Sanierung im Bestand interessant, wo geschlossene Hohlräume gefüllt werden sollen, ohne Bauteile zu öffnen. Speziell hydrophobierte Produkte sind zusätzlich für die Hohlschicht der Außenwand ausgelegt.

Wärmeschutz, Brandverhalten und Feuchte

Die Wärmeleitfähigkeit liegt je nach Produkt und erreichter Einbaudichte bei etwa 0,034 bis 0,040 W/(m·K). Die gut dämmenden Kerndämm-Produkte erreichen WLS 035 mit einem Nennwert um 0,034 W/(m·K). Für die Dämmwirkung sind neben dem Material vor allem die Schichtdicke und eine gleichmäßige, setzungssichere Einblasdichte entscheidend.

Glaswolle ist anorganisch und nach DIN EN 13501-1 als nichtbrennbar (Euroklasse A1) eingestuft, bei den zugelassenen Kerndämm-Produkten ohne Zusatz von Flammschutzmitteln. Der Schmelzpunkt der Glasfaser liegt bei etwa 600 bis 700 °C. Das ist der wesentliche Unterschied zu organischen Einblasstoffen wie Zellulose.

Glaswolle ist mit einem Mu-Wert von 1 sehr diffusionsoffen, der Wasserdampfwiderstand entspricht praktisch ruhender Luft. Die für die Außenwand bestimmten Produkte sind durchgehend hydrophobiert und damit dauerhaft wasserabweisend, ohne Kapillartransport von Schlagregenwasser an die innere Schale.

Typische Einsatzbereiche

Glaswolle-Einblasdämmstoff wird in geschützten Bauteilen wie Holzbalkendecken, Dachschrägen und auf der obersten Geschossdecke eingesetzt. Wegen der Nichtbrennbarkeit ist Glaswolle dort eine Alternative, wo es auf den Brandschutz besonders ankommt.

Durchgehend hydrophobierte Glaswolleprodukte sind darüber hinaus für die Kerndämmung der zweischaligen Außenwand bauaufsichtlich zugelassen. Sie erfüllen den Anwendungstyp WZ nach DIN 4108-10, der dauerhaft wasserabweisende Dämmstoffe für die bewitterte Hohlschicht voraussetzt. Damit ist Glaswolle einer der wenigen Einblasstoffe, der sowohl im geschützten Innenbauteil als auch in der Hohlschicht verwendet werden darf.

Ob im konkreten Fall Glaswolle, ein anderes mineralisches Granulat oder ein anderer Einblasdämmstoff sinnvoller ist, hängt vom Bauteil, von der Feuchtesituation, von der Hohlschichtbreite und vom Brandschutz ab. Diese Einordnung gehört vor das Angebot, nicht danach.

Ökologie und Entsorgung

Glaswolle wird zu einem hohen Anteil aus Altglas hergestellt, was den Bedarf an Primärrohstoffen senkt. Der Herstellungsprozess ist allerdings energieintensiv, weil das Ausgangsmaterial geschmolzen werden muss. In der ökologischen Gesamtbewertung liegt Glaswolle damit im mittleren Bereich der Dämmstoffe.

Ausgebaute Mineralwolle wird je nach Alter und örtlicher Regelung gesondert entsorgt. Die konkreten Wege richten sich nach den Vorgaben des Entsorgers.

Vor- und Nachteile

Vorteile

  • nichtbrennbar nach Euroklasse A1, ohne Flammschutzmittel
  • fugenlose, hohlraumfüllende Dämmung ohne Plattenstöße
  • durchgehend hydrophobiert, auch für die Kerndämmung der Außenwand zugelassen (Anwendungstyp WZ)
  • sehr diffusionsoffen (Mu 1)
  • solides Preis-Leistungs-Verhältnis

Grenzen

  • nur maschineller Einbau durch Fachbetrieb sinnvoll
  • setzungsempfindlich bei zu geringer Einblasdichte
  • geringere Wärmespeicherkapazität als nachwachsende Stoffe, schwächerer sommerlicher Hitzeschutz
  • energieintensive Herstellung (Schmelzprozess)

Häufige Fragen

Ist Glaswolle-Einblasdämmung brennbar?

Nein. Glaswolle ist anorganisch und nach DIN EN 13501-1 als nichtbrennbar (Euroklasse A1) eingestuft. Die zugelassenen Kerndämm-Produkte kommen dabei ohne Flammschutzmittel aus. Der Schmelzpunkt der Glasfaser liegt bei etwa 600 bis 700 °C.

Eignet sich Glaswolle für die Kerndämmung der Außenwand?

Ja, sofern es sich um ein durchgehend hydrophobiertes, dafür zugelassenes Produkt handelt. Solche Glaswolleflocken erfüllen den Anwendungstyp WZ nach DIN 4108-10 und dürfen in die bewitterte Hohlschicht des zweischaligen Mauerwerks eingeblasen werden. Sie nehmen kein Schlagregenwasser kapillar auf.

Setzt sich eingeblasene Glaswolle mit der Zeit?

Bei fachgerechtem Einbau mit korrekt eingestellter Einblasdichte wird eine spätere Setzung vermieden. Genau deshalb wird das Material maschinell und kontrolliert eingebracht, nicht von Hand geschüttet.

Verträgt Glaswolle Feuchte?

Glaswolle ist mit einem Mu-Wert von 1 sehr diffusionsoffen. Die für die Außenwand bestimmten Produkte sind hydrophobiert und dauerhaft wasserabweisend. Stauwasser oder dauerhaft durchnässte Aufbauten sind dennoch zu vermeiden, der Aufbau muss bauphysikalisch geeignet sein.

Quellen

Allgemeine Materialkunde, Stand Juni 2026, ohne Gewähr. Dieser Beitrag ersetzt keine Energieberatung und keine Planung. Welcher Dämmstoff im konkreten Fall geeignet ist, entscheidet die Prüfung des Bauteils vor Ort.