Kennwerte im Überblick

Wärmeleitfähigkeit (Lambda) 0,034 bis 0,038 W/(m·K), je nach Produkt und Einblasdichte
Wärmeleitstufe (WLS) 035 bis 038 (einzelne Produkte 034)
Brandverhalten A1 nichtbrennbar nach DIN EN 13501-1 und DIN 4102, Schmelzpunkt über 1.000 °C
Rohdichte (eingebaut) ca. 30 bis 90 kg/m³, je nach Bauteil und Ziel-WLS
Dampfdiffusionswiderstand (Mu) 1 (sehr diffusionsoffen)
Wasseraufnahme dauerhaft wasserabweisend (hydrophobiert), Langzeit-Wasseraufnahme WL(P) bis ca. 3 kg/m²
Lieferform flockenförmiges Granulat aus Steinwolle zum maschinellen Einblasen
Rohstoff geschmolzenes Gestein (mineralisch), zu Fasern versponnen
Zulassung DIN EN 14064 (Einblas-Mineralwolle), ETA, Anwendungsgebiet nach DIN 4108-10
Kostenniveau mittlerer Bereich der Einblasdämmstoffe (projektabhängig)

Was Steinwolle-Einblasdämmung ist

Steinwolle-Einblasdämmstoff besteht aus geschmolzenem Gestein, das zu feinen Fasern versponnen und zu einem losen Granulat verarbeitet wird. Das Material wird nicht als Platte verlegt, sondern maschinell als Flocke in Hohlräume eingeblasen.

Weil sich die Flocken dabei dicht an alle Begrenzungen legen, entsteht eine fugenlose Dämmschicht. Das macht Steinwolle für die Sanierung im Bestand interessant, wo geschlossene Hohlräume gefüllt werden sollen, ohne Bauteile zu öffnen. Anders als die meisten Einblasdämmstoffe ist Steinwolle dabei nichtbrennbar und in wasserabweisender Ausführung auch für bewitterte Außenwände zugelassen.

Wärmeschutz, Feuchte und Brandverhalten

Die Wärmeleitfähigkeit liegt je nach Produkt und erreichter Einblasdichte bei etwa 0,034 bis 0,038 W/(m·K) und damit im guten Bereich der gängigen Einblasdämmstoffe. Für die Dämmwirkung sind neben dem Material vor allem die Schichtdicke und eine gleichmäßige, setzungssichere Einblasdichte entscheidend.

Steinwolle ist mit einem Mu-Wert von 1 sehr diffusionsoffen und in hydrophobierter Ausführung dauerhaft wasserabweisend. Sie nimmt kein Wasser in die Faser auf und verliert auch in feuchten Bauteilen ihre Dämmwirkung nicht dauerhaft. Genau diese Eigenschaft macht den wasserabweisenden Steinwolle-Einblasstoff für die bewitterte Hohlschicht geeignet.

Beim Brandverhalten hat Steinwolle einen klaren Vorteil: Sie ist nach DIN EN 13501-1 und DIN 4102 nichtbrennbar (Euroklasse A1) und hat einen Schmelzpunkt über 1.000 °C. Eine Brandschutzbehandlung wie bei brennbaren Einblasstoffen ist nicht nötig.

Typische Einsatzbereiche

Steinwolle-Einblasdämmstoff wird in geschützten Bauteilen eingesetzt, etwa in Holzbalkendecken, in Dachschrägen zwischen den Sparren und auf der obersten Geschossdecke. Dort liegt ein abgeschlossener oder begrenzbarer Hohlraum vor.

Im Unterschied zu Zellulose oder Holzfaser ist die wasserabweisende Steinwolle zusätzlich für die Kerndämmung des zweischaligen Mauerwerks zugelassen. In der bewitterten Hohlschicht zwischen Außen- und Innenschale kommen nach DIN 4108-10 nur dauerhaft wasserabweisende Dämmstoffe infrage, und Steinwolle erfüllt diese Anforderung. Ob Steinwolle, ein anderes mineralisches Granulat oder eine EPS-Dämmperle sinnvoller ist, hängt vom Bauteil, von der Hohlschichtbreite und vom Brandschutz ab. Diese Einordnung gehört vor das Angebot, nicht danach.

Ökologie und Entsorgung

Steinwolle wird aus dem nahezu unbegrenzt verfügbaren Rohstoff Gestein hergestellt. Die Herstellung ist energieintensiv, das Material ist dafür langlebig, alterungsbeständig und über seine gesamte Nutzungsdauer formstabil.

Eingebaute Steinwolle wird je nach Zustand und örtlicher Regelung als Mineralwolleabfall entsorgt. Die konkreten Wege und Schutzvorgaben beim Ausbau richten sich nach den Vorgaben des Entsorgers.

Vor- und Nachteile

Vorteile

  • nichtbrennbar (Euroklasse A1), hoher Brandschutz ohne Zusatzbehandlung
  • dauerhaft wasserabweisend, deshalb auch für die Kerndämmung der Außenwand geeignet
  • fugenlose, hohlraumfüllende Dämmung ohne Plattenstöße
  • faserig und formstabil, geringes Setzungsverhalten
  • guter Schallschutz, langlebig und alterungsbeständig

Grenzen

  • nur maschineller Einbau durch Fachbetrieb sinnvoll
  • energieintensive Herstellung, höherer Primärenergiebedarf als nachwachsende Stoffe
  • korrekte Einblasdichte nötig, sonst wird die Ziel-Wärmeleitstufe nicht erreicht
  • beim Ausbau Staub- und Faserschutz erforderlich

Häufige Fragen

Ist Steinwolle-Einblasdämmung brennbar?

Nein. Steinwolle ist nach DIN EN 13501-1 und DIN 4102 nichtbrennbar (Euroklasse A1) und hat einen Schmelzpunkt über 1.000 °C. Eine zusätzliche Brandschutzbehandlung wie bei brennbaren Einblasstoffen ist nicht nötig.

Eignet sich Steinwolle für die Kerndämmung der Außenwand?

Ja, in der dauerhaft wasserabweisenden Ausführung. Im zweischaligen Mauerwerk sind nach DIN 4108-10 nur wasserabweisende Dämmstoffe zugelassen, und der hydrophobierte Steinwolle-Einblasstoff erfüllt das. Maßgeblich ist die jeweilige Produktzulassung und eine ausreichend breite, saubere Hohlschicht.

Verträgt Steinwolle Feuchte?

Steinwolle ist sehr diffusionsoffen (Mu-Wert 1) und in hydrophobierter Ausführung dauerhaft wasserabweisend. Sie nimmt kein Wasser in die Faser auf und behält ihre Dämmwirkung auch in der bewitterten Hohlschicht.

Setzt sich Steinwolle-Granulat mit der Zeit?

Steinwolle ist faserig und formstabil und zeigt bei fachgerechtem Einbau mit korrekt eingestellter Einblasdichte ein geringes Setzungsverhalten. Genau deshalb wird das Material maschinell und kontrolliert eingebracht.

Quellen

Allgemeine Materialkunde, Stand Juni 2026, ohne Gewähr. Dieser Beitrag ersetzt keine Energieberatung und keine Planung. Welcher Dämmstoff im konkreten Fall geeignet ist, entscheidet die Prüfung des Bauteils vor Ort.