Grundprinzip

Eine Kappendecke besteht aus flachen, gemauerten Ziegelgewölben, die zwischen Stahlträgern gespannt sind. Solche Decken finden sich in vielen norddeutschen Altbauten und Kellern. Ihre Unterseite ist nicht eben, sondern wechselt zwischen den nach unten ragenden Trägern und den dazwischen liegenden Gewölbebögen.

Eine direkt aufgeklebte Plattendämmung passt auf diese Form schlecht, weil die gewölbten Felder und die tiefen Zwickel zwischen Gewölbescheitel und Trägerflansch sich kaum lückenlos beplatten lassen. Stattdessen wird von unten eine ebene Unterkonstruktion abgehängt und der Hohlraum darüber mit einem Einblasdämmstoff ausgeblasen. So füllt der Dämmstoff auch die Gewölbezwickel vollständig aus und umschließt die Stahlträger.

Abgehängte Unterkonstruktion und ausgeblasener Hohlraum

Zuerst wird eine Unterkonstruktion aus Lattung oder Profilen unter der Decke abgehängt und mit einer Beplankung geschlossen. Die Beplankung bildet eine ebene Fläche unterhalb der höchsten Stelle der Gewölbe, sodass ein durchgehender Hohlraum entsteht. Dessen Höhe bestimmt zusammen mit der Gewölbeform die mögliche Dämmdicke.

Über Einblasöffnungen wird der Dämmstoff dann mit kontrollierter Dichte in den Hohlraum eingebracht, bis dieser setzungsfrei und ohne Hohlstellen gefüllt ist. Weil der Dämmstoff fließend in jede Vertiefung läuft, werden die unregelmäßigen Zwickel und die Trägerstege miterfasst, die eine Platte nie sauber erreichen würde. Genau dafür eignet sich das Verfahren bei Kappendecken besonders.

Geeignete Dämmstoffe

Der ausgeblasene Hohlraum unter der Kappendecke ist ein geschütztes, nicht bewittertes Innenbauteil. Hier eignen sich faserige und nachwachsende Einblasdämmstoffe ebenso wie mineralische. Typisch sind Zellulose sowie Stein- oder Glaswolle-Granulat. Anders als in der bewitterten Hohlschicht einer Außenwand sind feuchteempfindliche, nachwachsende Stoffe in diesem geschützten Deckenhohlraum zulässig.

Welcher Stoff passt, hängt von der gewünschten Dämmdicke, vom Brandschutz im Keller und vom Feuchteverhalten der Decke ab. Maßgeblich bleibt die jeweilige Produktzulassung. Im Keller ist der Brandschutz besonders zu beachten, weil hier oft Heiztechnik, Elektroverteilung und Lager untergebracht sind. Ein nichtbrennbares mineralisches Granulat kann hier gegenüber einem brennbaren Stoff Vorteile haben, das wird vor Ort eingeordnet.

Ablauf der Maßnahme

Nach der Prüfung der Decke, der Gewölbeform und der Leitungsführung wird die Unterkonstruktion montiert und beplankt. Dabei werden Anschlüsse an Wände, Träger und Einbauten und der Umgang mit vorhandenen Leitungen festgelegt.

Anschließend wird der Hohlraum über die Einblasöffnungen gefüllt, bis er gleichmäßig und vollständig gedämmt ist, einschließlich der Zwickel. Zum Abschluss werden die Öffnungen verschlossen, die Randanschlüsse geschlossen und die Einbaudaten dokumentiert. Die Dauer hängt von der Fläche, von der Gewölbeform und vom Bestand ab und wird nach dem Aufmaß eingeschätzt.

Eignung, Grenzen und Förderung

Das Verfahren ist die richtige Wahl, wenn eine direkte Plattendämmung an der gewölbten, unregelmäßigen Unterseite einer Kappendecke scheitert. Es kostet etwas mehr Aufbauhöhe als eine dünne Platte, dämmt dafür durchgehend und füllt auch die Zwickel. Bei sehr knapper lichter Höhe im Keller stößt es an seine Grenze. Eine durchfeuchtete oder schadhafte Kappendecke spricht gegen die Maßnahme, solange die Ursache nicht geklärt ist. Diese Einordnung gehört vor das Angebot, nicht danach.

Für die Kellerdecke besteht keine eigene Nachrüstpflicht nach dem GEG. Die Maßnahme ist freiwillig, wirtschaftlich oft sinnvoll und über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) förderfähig, dann wird ein Energie-Effizienz-Experte eingebunden. Appiarius Dämmtechnik führt die handwerkliche Maßnahme aus und ordnet vor Ort ein, welches Verfahren für die jeweilige Decke sinnvoll ist.

Querschnitt einer Kappendecke mit gemauerten Gewölben zwischen Stahlträgern, darunter eine abgehängte Beplankung, der Hohlraum samt der Gewölbezwickel ist mit Dämmstoff ausgeblasen
Diagramm: Unter der gewölbten Kappendecke wird eine ebene Unterkonstruktion abgehängt. Der Hohlraum dazwischen, auch die tiefen Zwickel zwischen den Gewölbescheiteln und den Stahlträgern, wird lückenlos mit Dämmstoff ausgeblasen.

Häufige Fragen

Was ist eine Kappendecke?

Eine Kappendecke besteht aus flachen, gemauerten Ziegelgewölben, die zwischen Stahlträgern gespannt sind. Sie ist in vielen Altbauten verbaut und hat eine gewölbte, unebene Unterseite, die sich mit Platten kaum sauber dämmen lässt.

Warum nicht einfach Platten ankleben?

Weil die gewölbten Felder und die tiefen Zwickel zwischen Gewölbescheitel und Stahlträger sich kaum lückenlos beplatten lassen. Eine abgehängte und ausgeblasene Konstruktion füllt dagegen auch die Zwickel und umschließt die Träger.

Welcher Dämmstoff wird eingeblasen?

Im geschützten Deckenhohlraum eignen sich faserige und nachwachsende Einblasdämmstoffe wie Zellulose ebenso wie Stein- oder Glaswolle-Granulat. Maßgeblich sind die jeweilige Produktzulassung und der Brandschutz im Keller.

Werden die Zwickel und Stahlträger mitgedämmt?

Ja. Der Einblasdämmstoff läuft fließend in jede Vertiefung und füllt auch die tiefen Zwickel zwischen den Gewölben und den Trägern aus. Das ist der wesentliche Vorteil gegenüber der direkten Plattendämmung.

Ist die Kellerdeckendämmung Pflicht?

Nein, für die Kellerdecke gibt es keine GEG-Nachrüstpflicht. Die Maßnahme ist freiwillig, wirtschaftlich oft sinnvoll und über die BEG förderfähig.

Quellen

  • DIN 4108-10, Anwendungsbezogene Anforderungen an Wärmedämmstoffe (Decken, Einblasdämmstoffe im geschützten Hohlraum)
  • Fachregeln und bauaufsichtliche Zulassungen (DIBt, ETA) für Einblasdämmstoffe in Deckenhohlräumen
  • Gebäudeenergiegesetz (GEG) und Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG), Anforderungen an Bauteile und Förderung

Allgemeine Verfahrenskunde, Stand Juni 2026, ohne Gewähr. Dieser Beitrag ersetzt keine Energieberatung und keine Planung am Gebäude. Welcher Aufbau und welcher zugelassene Dämmstoff bei einer konkreten Kappendecke passt, entscheidet die Prüfung des Bestands vor Ort.