Grundprinzip
Nicht jede zweischalige Außenwand hat eine Klinker-Außenschale. Bei einigen Gebäuden, oft aus den 1960er bis 1980er Jahren, besteht die Außenschale aus Beton oder vorgehängten Betonfertigteilen, dahinter liegt ein Hohlraum und eine tragende Innenwand.
Auch dieser Hohlraum lässt sich nachträglich als Kerndämmung verfüllen. Über kleine Öffnungen wird ein geeigneter Dämmstoff eingebracht, ähnlich wie beim zweischaligen Mauerwerk mit Klinker. Die Beton-Außenschale bleibt dabei erhalten und sichtbar.
Eignung und Hinterlüftung
Entscheidend ist, ob der Hohlraum durchgängig, ausreichend breit und frei von Hindernissen ist und wie die Außenschale entwässert und belüftet ist. Manche Beton-Vorsatzschalen sind als hinterlüftete Konstruktion ausgelegt, deren Luftführung und Feuchteableitung bei der Planung berücksichtigt werden müssen.
Wie bei jeder Kerndämmung sind die Außenschale, die Fugen, die Anschlüsse und die Entwässerung zu prüfen. Eine durchfeuchtete oder schadhafte Betonschale spricht gegen eine Verfüllung, solange die Ursache nicht geklärt ist. Diese Einordnung gehört vor das Angebot, nicht danach.
Geeignete Dämmstoffe
Weil der Hohlraum hinter der bewitterten Außenschale liegt, gelten dieselben Anforderungen wie bei der Kerndämmung im zweischaligen Mauerwerk: nur dauerhaft wasserabweisende, setzungsfreie Dämmstoffe nach DIN 4108-10 (Anwendungstyp WZ) oder mit eigener bauaufsichtlicher Zulassung, etwa Stein- oder Glaswolle-Granulat und EPS-Dämmperlen.
Feuchteempfindliche, nachwachsende Einblasdämmstoffe sind hier nicht geeignet und dafür nicht zugelassen. Welcher Dämmstoff passt, hängt von der Hohlraumbreite, vom Brandschutz und vom Feuchteverhalten ab. Maßgeblich bleibt die jeweilige Produktzulassung.
Ablauf der Maßnahme
Zuerst werden der Hohlraum und die Konstruktion der Betonschale per Endoskopie über eine Probebohrung geprüft. Daraus ergeben sich Bohrbild und Eignung. Anschließend wird der Dämmstoff mit kontrollierter Dichte eingebracht, bis der Hohlraum zusammenhängend und ohne Hohlstellen gefüllt ist.
Die Öffnungen werden wieder verschlossen und die Einbaudaten dokumentiert. Eine vorgesehene Luftführung wird, soweit erforderlich, erhalten. Die Dauer hängt von Fläche, Zugänglichkeit und Bestand ab und wird nach dem Aufmaß eingeschätzt.
Grenzen und Förderung
Nicht geeignet ist das Verfahren bei feuchtem oder verschmutztem Hohlraum, bei schadhafter Betonschale und bei fehlender oder unklarer Hohlraumgeometrie. In solchen Fällen sind eine Sanierung der Außenschale oder andere Dämmwege vorzuziehen.
Auch diese Kerndämmung kann über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) förderfähig sein, sofern die Anforderungen eingehalten werden, dann wird ein Energie-Effizienz-Experte eingebunden. Appiarius Dämmtechnik prüft den Hohlraum und ordnet ein, ob eine Verfüllung möglich und sinnvoll ist.
Häufige Fragen
Geht Kerndämmung auch hinter einer Betonfassade?
Ja, wenn dahinter ein durchgängiger, ausreichend breiter Hohlraum liegt. Über kleine Öffnungen wird der Dämmstoff eingebracht, ähnlich wie beim zweischaligen Mauerwerk mit Klinker. Die Beton-Außenschale bleibt erhalten.
Was ist bei einer hinterlüfteten Betonschale zu beachten?
Die vorgesehene Luftführung und Feuchteableitung müssen bei der Planung berücksichtigt werden. Ob und wie weit verfüllt werden kann, ergibt die Prüfung der Konstruktion per Endoskopie.
Welche Dämmstoffe sind zugelassen?
Nur dauerhaft wasserabweisende, setzungsfreie Dämmstoffe nach DIN 4108-10 (Anwendungstyp WZ) oder mit eigener Zulassung, zum Beispiel Stein- oder Glaswolle-Granulat und EPS-Dämmperlen. Feuchteempfindliche Stoffe sind nicht zugelassen.
Wann ist das Verfahren nicht möglich?
Bei feuchtem oder verschmutztem Hohlraum, schadhafter Betonschale oder unklarer Hohlraumgeometrie. Dann sind eine Sanierung der Außenschale oder andere Dämmwege vorzuziehen.
Wird die Maßnahme gefördert?
Sie kann über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) förderfähig sein, wenn die Anforderungen eingehalten werden. Der Förderweg wird vorab mit einem Energie-Effizienz-Experten geklärt.
Quellen
- DIN 4108-10, Anwendungsbezogene Anforderungen an Wärmedämmstoffe, Anwendungstyp WZ (Kerndämmung zweischaliges Mauerwerk)
- Fachregeln und bauaufsichtliche Zulassungen (DIBt, ETA) für Einblasdämmung in zweischaligen Außenwänden
- Gebäudeenergiegesetz (GEG) und Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG), Anforderungen an Bauteile
Allgemeine Verfahrenskunde, Stand Juni 2026, ohne Gewähr. Dieser Beitrag ersetzt keine Energieberatung und keine Planung am Gebäude. Ob der Hohlraum hinter einer Betonfassade verfüllt werden kann und welcher zugelassene Dämmstoff passt, entscheidet die Prüfung des Bestands vor Ort.