Kennwerte im Überblick
| Wärmeleitfähigkeit (Lambda) | 0,033 bis 0,040 W/(m·K), je nach Produkt |
|---|---|
| Wärmeleitstufe (WLS) | 033 bis 040 (graphitveredelte Perlen erreichen 033) |
| Brandverhalten | Euroklasse E nach DIN EN 13501-1; B2 (normal entflammbar) nach DIN 4102, maßgeblich ist die jeweilige Produktzulassung |
| Rohdichte (eingeblasen) | ca. 16 bis 20 kg/m³ |
| Dampfdiffusionswiderstand (Mu) | ca. 5 (diffusionsoffen) |
| Wasseraufnahme | dauerhaft wasserabweisend, WL(T) ≤ 5 % bei langzeitigem Eintauchen |
| Anwendungstyp (DIN 4108-10) | WZ, Dämmung zweischaliger Wände (Kerndämmung) |
| Lieferform | lose Perlen zum maschinellen Einblasen, optional mit Kleber verklebt |
| Rohstoff | expandiertes Polystyrol (EPS), HBCD-frei, teils graphitveredelt |
| Zulassung | DIN EN 16809-1 / DIN EN 13163; verklebte Perlen mit allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung (abZ) des DIBt |
| Kostenniveau | unterer bis mittlerer Bereich der Einblasdämmstoffe (projektabhängig) |
Was EPS-Dämmperlen sind
EPS-Einblasdämmstoff besteht aus kleinen Kügelchen aus expandiertem Polystyrol, dem gleichen Grundstoff wie die bekannten EPS-Platten, hier aber als loses Granulat. Die Perlen werden nicht verlegt, sondern maschinell mit Luftdruck in einen Hohlraum eingeblasen. Dafür werden kleine Bohrungen in die Außenschale gesetzt, durch die das Material eingebracht wird.
Weil sich die Perlen frei verteilen und alle Begrenzungen ausfüllen, entsteht eine fugenlose Dämmschicht. Manche Systeme arbeiten zusätzlich mit einem Kleber, der die Perlen im Hohlraum bindet. So kann bei späteren Arbeiten an der Fassade kein Granulat ausrieseln. Diese Eigenschaften machen EPS-Perlen vor allem für die nachträgliche Kerndämmung interessant.
Wärmeschutz, Feuchte und Brandverhalten
Die Wärmeleitfähigkeit liegt je nach Produkt zwischen etwa 0,033 und 0,040 W/(m·K). Graphitveredelte Perlen erreichen die niedrigsten Werte um 0,033 W/(m·K) und eignen sich deshalb auch für dünne Hohlschichten. Für die Dämmwirkung sind neben dem Material vor allem die nutzbare Schalenbreite und eine vollständige, hohlraumfreie Füllung entscheidend.
EPS-Perlen sind dauerhaft wasserabweisend (hydrophob) und nehmen bei langzeitigem Eintauchen nur wenig Wasser auf (WL(T) bis etwa 5 Prozent). Mit einem Dampfdiffusionswiderstand von etwa Mu 5 sind sie zugleich diffusionsoffen. Genau diese Kombination ist die Voraussetzung dafür, dass das Material in die bewitterte Hohlschicht eingebaut werden darf.
Der Grundstoff Polystyrol ist brennbar. Lose EPS-Einblasperlen werden nach DIN EN 13501-1 in der Regel der Euroklasse E zugeordnet, nach DIN 4102 sind sie normal entflammbar (B2). Maßgeblich ist immer die jeweilige Produktzulassung. In der geschlossenen Hohlschicht des Mauerwerks ist das Material durch die massiven Schalen geschützt.
Typische Einsatzbereiche
Das Hauptanwendungsgebiet von EPS-Dämmperlen ist die Kerndämmung des zweischaligen Mauerwerks. Weil sie dauerhaft wasserabweisend sind und dem Anwendungstyp WZ nach DIN 4108-10 entsprechen, dürfen sie in die bewitterte Hohlschicht zwischen Vormauer- und Hintermauerschale eingeblasen werden. Daneben werden EPS-Kügelchen auch als Schüttung in andere geschlossene Hohlräume eingebracht.
Voraussetzung ist eine ausreichend breite, weitgehend hohlraumfreie Luftschicht. Vor dem Einblasen gehört eine Prüfung des Mauerwerks per Endoskop dazu, um Schalenabstand, Mörtelbrücken und den Zustand der Schale zu klären. Ob EPS-Perlen oder ein mineralisches Einblas-Granulat sinnvoller sind, hängt vom Bauteil, vom Brandschutz und von der Feuchtesituation ab. Diese Einordnung gehört vor das Angebot, nicht danach.
Ökologie und Entsorgung
EPS wird aus Erdöl hergestellt, der Primärenergiebedarf in der Herstellung ist höher als bei mineralischen oder nachwachsenden Einblasstoffen. Moderne Perlen sind HBCD-frei, das früher als Flammschutzmittel eingesetzte und inzwischen ersetzte Hexabromcyclododecan kommt also nicht mehr zum Einsatz.
Eingebautes EPS wird je nach Zustand und örtlicher Regelung entsorgt oder verwertet. Lose, sortenrein zurückgewonnene Perlen lassen sich grundsätzlich wiederverwenden. Die konkreten Wege richten sich nach den Vorgaben des Entsorgers.
Vor- und Nachteile
Vorteile
- dauerhaft wasserabweisend, deshalb für die Kerndämmung der Hohlschicht zugelassen
- fugenlose, hohlraumfüllende Dämmung ohne Plattenstöße
- niedrige Wärmeleitfähigkeit, graphitveredelt bis 0,033 W/(m·K)
- leicht, belastet die Vormauerschale kaum
- verklebte Varianten rieseln bei späteren Fassadenarbeiten nicht aus
Grenzen
- nur maschineller Einbau durch Fachbetrieb sinnvoll
- aus Erdöl, höherer Herstellungsenergiebedarf als nachwachsende Stoffe
- Grundstoff brennbar, Brandverhalten produktabhängig (Euroklasse E)
- geringe Wärmespeicherkapazität, kaum sommerlicher Hitzeschutz
- lose Perlen können bei undichter Schale ausrieseln
Häufige Fragen
Eignen sich EPS-Dämmperlen für die Kerndämmung der Außenwand?
Ja. EPS-Perlen sind dauerhaft wasserabweisend und nach DIN 4108-10 für den Anwendungstyp WZ zugelassen. Sie dürfen damit in die bewitterte Hohlschicht des zweischaligen Mauerwerks eingeblasen werden. Voraussetzung ist eine ausreichend breite, geprüfte Luftschicht.
Sind EPS-Dämmperlen brennbar?
Der Grundstoff Polystyrol ist brennbar. Lose EPS-Einblasperlen werden nach DIN EN 13501-1 meist der Euroklasse E zugeordnet, nach DIN 4102 sind sie normal entflammbar (B2). Maßgeblich ist die jeweilige Produktzulassung. In der geschlossenen Hohlschicht liegt das Material zwischen zwei massiven Mauerschalen.
Nehmen EPS-Perlen Feuchte auf?
EPS-Perlen sind hydrophob und nehmen bei langzeitigem Eintauchen nur wenig Wasser auf (WL(T) bis etwa 5 Prozent). Genau diese dauerhafte Wasserabweisung ist die Voraussetzung für den Einsatz in der bewitterten Hohlschicht.
Worin unterscheiden sich EPS-Perlen von EPS-Platten?
Es ist derselbe Grundstoff, aber eine andere Anwendung. EPS-Platten gehören an die Außenseite, ins Wärmedämmverbundsystem oder die Perimeterdämmung. EPS-Perlen sind loses Granulat für die Hohlschicht im Mauerwerk. Platten gehören nicht in die Kerndämmung und Perlen nicht auf die Fassade.
Quellen
- Ecofibre, EPS 033 Kerndämmung, Produkt- und Verarbeitungsdaten
- JOMA, Leistungserklärung EPS-Perl 033 (DIN EN 16809-1, abZ)
- Wikipedia, Kerndämmung (Dämmstoffe für die Hohlschicht, DIN 4108-10 WZ)
- energie-experten.org, Einblasdämmstoffe im Überblick
Allgemeine Materialkunde, Stand Juni 2026, ohne Gewähr. Dieser Beitrag ersetzt keine Energieberatung und keine Planung. Welcher Dämmstoff im konkreten Fall geeignet ist, entscheidet die Prüfung des Bauteils vor Ort.