Grundprinzip

Aerogel-Dämmputz ist ein mineralischer Putz, dem Aerogel-Granulat beigemischt ist. Dadurch dämmt er deutlich besser als ein gewöhnlicher Putz, bleibt aber als Putz verarbeitbar. Er wird in mehreren Lagen direkt auf die Wand aufgetragen und mit einem Oberputz abgeschlossen.

Der Vorteil liegt in der geringen Schichtdicke: Wo eine dicke Dämmplatte die Fassadengliederung zerstören würde oder kein Platz ist, lässt sich mit dem Dämmputz auf wenigen Zentimetern eine spürbare Verbesserung erreichen, ohne die Kontur der Wand stark zu verändern.

Wo der Dämmputz passt

Aerogel-Dämmputz spielt seine Stärke an gegliederten, denkmalnahen oder beengten Fassaden aus, an denen ein dickes WDVS nicht gewünscht oder nicht möglich ist. Auch an Laibungen, Gesimsen und schwierigen Anschlüssen ist die dünne, formbare Schicht praktisch.

Er ersetzt aber kein vollwertiges WDVS, wenn ein sehr niedriger U-Wert gefordert ist, weil die erreichbare Dämmwirkung an die wirtschaftlich sinnvolle Schichtdicke gebunden ist. Ob der Dämmputz, ein WDVS oder eine andere Lösung passt, hängt von Zielwert, Fassade und Budget ab. Diese Einordnung gehört vor das Angebot, nicht danach.

Material und Eigenschaften

Der Dämmputz ist mineralisch, diffusionsoffen und je nach Produkt nicht oder schwer brennbar, was ihn auch an anspruchsvollen Bauteilen einsetzbar macht. Seine Wärmeleitfähigkeit liegt deutlich unter der eines normalen Putzes, aber über der einer reinen Aerogel-Dämmplatte.

Welche Schichtdicke und welcher Systemaufbau nötig sind, richtet sich nach dem Zielwert und der Wand. Maßgeblich ist immer die jeweilige Produktzulassung und das geprüfte Putzsystem. Ein verwandter, noch leistungsfähigerer Weg sind Aerogel-Dämmmatten.

Ablauf der Maßnahme

Nach der Prüfung und Vorbereitung des Untergrunds wird der Dämmputz maschinell oder von Hand in mehreren Lagen aufgetragen, mit Trocknungszeiten zwischen den Lagen. Den Abschluss bildet ein passender Oberputz, der die Fassade vor Wetter schützt.

Die Dauer hängt von Fläche, Schichtdicke, Fassadengliederung und Witterung ab und wird nach dem Aufmaß eingeschätzt. Wie jeder Putzaufbau ist das Verfahren witterungsabhängig.

Eignung, Grenzen und Förderung

Aerogel-Dämmputz passt, wo eine dünne, formbare Dämmung an einer gegliederten oder erhaltenswerten Fassade gewünscht ist. Seine Grenzen liegen in den höheren Materialkosten je Quadratmeter und in der begrenzten Dämmwirkung gegenüber dickeren Systemen.

Bei einer Sanierung der Außenwand gilt nach GEG in der Regel ein Bauteil-Zielwert von höchstens 0,24 W/(m²·K). Lässt sich die Dämmdicke technisch nicht erreichen, verlangt das GEG die größtmögliche Dicke mit einem Dämmstoff niedriger Wärmeleitfähigkeit, ein Fall, für den Aerogel-Produkte oft die Lösung sind. Die Maßnahme kann über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) förderfähig sein, dann wird ein Energie-Effizienz-Experte eingebunden. Appiarius Dämmtechnik ordnet vor Ort ein, was sinnvoll ist.

Querschnitt einer Außenwand mit dünner Aerogel-Dämmputzschicht und Oberputz
Diagramm: Der Aerogel-Dämmputz wird in mehreren Lagen auf die Wand aufgetragen und mit einem Oberputz abgeschlossen, er dämmt deutlich besser als gewöhnlicher Putz bei geringer Schichtdicke.

Geeignete Dämmstoffe

Häufige Fragen

Was ist Aerogel-Dämmputz?

Ein mineralischer Putz mit beigemischtem Aerogel-Granulat. Er dämmt deutlich besser als gewöhnlicher Putz, bleibt aber als Putz verarbeitbar und wird in mehreren Lagen auf die Wand aufgetragen.

Wann ist Dämmputz sinnvoll?

An gegliederten, denkmalnahen oder beengten Fassaden, an denen ein dickes WDVS nicht gewünscht oder nicht möglich ist, sowie an Laibungen und schwierigen Anschlüssen. Für sehr niedrige U-Werte reicht er allein oft nicht.

Ist Aerogel-Dämmputz brennbar?

Er ist mineralisch und je nach Produkt nicht oder schwer brennbar. Maßgeblich ist die jeweilige Produktzulassung und das geprüfte Putzsystem.

Wie viel besser dämmt er als normaler Putz?

Deutlich besser, seine Wärmeleitfähigkeit liegt klar unter der eines normalen Putzes, aber über der einer reinen Aerogel-Dämmplatte. Die nötige Schichtdicke richtet sich nach dem Zielwert.

Wird der Dämmputz gefördert?

Er kann über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) förderfähig sein, wenn die Anforderungen eingehalten werden. Gerade bei technisch begrenzter Dämmdicke sind Aerogel-Produkte oft die Lösung.

Quellen

Allgemeine Verfahrenskunde, Stand Juni 2026, ohne Gewähr. Dieser Beitrag ersetzt keine Energieberatung und keine Planung am Gebäude. Welcher Dämmputz oder welches Fassadensystem im konkreten Fall passt, entscheidet die Prüfung des Bestands vor Ort.