Kennwerte im Überblick

Wärmeleitfähigkeit (Lambda) 0,015 bis 0,019 W/(m·K), je nach Produkt
Wärmeleitstufe (WLS) 015 bis 019
Brandverhalten je nach Träger A2-s1,d0 bis C-s1,d0 nach DIN EN 13501-1; A2-Varianten gelten als nicht brennbar
Rohdichte ca. 140 bis 200 kg/m³, je nach Produkt (flexible Matte um 150, mineralische A2-Varianten höher)
Dampfdiffusionswiderstand (Mu) ca. 5 (diffusionsoffen)
Feuchteverhalten hydrophob (wasserabweisend), zugleich dampfdurchlässig
Lieferform flexible Matten, je nach Produkt 5, 10 oder 20 mm Dicke, auf Faserträger
Rohstoff Silica-Aerogel mit Faserverstärkung (Glas- bzw. Vliesfasern)
Zulassung ETA (Europäische Technische Bewertung), CE-Kennzeichnung
Kostenniveau oberer Bereich, deutlich teurer als gängige Dämmstoffe (projektabhängig)

Was Aerogelmatten sind

Aerogelmatten bestehen aus einem Silica-Aerogel, das in eine flexible Faserverstärkung eingebettet ist. Aerogel ist ein hochporöser Feststoff, dessen Volumen zum allergrößten Teil aus winzigen, luftgefüllten Nanoporen besteht. In diesen feinen Poren wird die Wärmeleitung über die Luft stark gehemmt, was die sehr niedrige Wärmeleitfähigkeit erklärt.

Anders als starre Platten lässt sich die Matte biegen, mit Messer oder Schere zuschneiden und an komplexe Geometrien anpassen. Genau das macht sie für beengte Anschlussdetails interessant, wo herkömmliche Dämmstoffe zu dick auftragen würden.

Wärmeschutz, Feuchte und Brandverhalten

Die Wärmeleitfähigkeit liegt je nach Produkt bei etwa 0,015 bis 0,019 W/(m·K) und damit deutlich unter der gängiger Dämmstoffe. Das bedeutet: Für denselben Dämmwert genügt eine spürbar dünnere Schicht. Wo Aufbauhöhe knapp ist, ist das der entscheidende Vorteil.

Aerogelmatten sind hydrophob, sie weisen flüssiges Wasser ab, sind zugleich aber dampfdurchlässig (Mu-Wert um 5). Diese Kombination ist bei diffusionsoffenen Aufbauten und in der Altbausanierung von Vorteil. Für eine dauerhaft im Wasser stehende oder erdberührte Anwendung sind die Matten dennoch nicht gedacht.

Das Brandverhalten hängt vom Trägermaterial ab. Je nach Produkt reicht die Einstufung nach DIN EN 13501-1 von A2-s1,d0 bis C-s1,d0; A2-Varianten (zum Beispiel mit Glasfaserträger) gelten als nicht brennbar. Maßgeblich ist immer die jeweilige Produktzulassung.

Typische Einsatzbereiche

Aerogelmatten werden vor allem als flexible Hochleistungs-Innendämmung und zur Entschärfung von Wärmebrücken eingesetzt: an Fenster- und Türlaibungen, in Nischen und Rollladenkästen, an Heizkörpernischen sowie bei Anschlussdetails, in denen kaum Platz vorhanden ist. Im Denkmal- und Bestandsschutz erlauben sie eine dünne Dämmung, die die Raumgeometrie kaum verändert.

Für die Kerndämmung der bewitterten zweischaligen Außenwand sind Aerogelmatten dagegen nicht vorgesehen. Sie werden flächig verlegt und mechanisch oder im Verbund befestigt, nicht in eine geschlossene Hohlschicht eingebracht; für die nachträgliche Kerndämmung sind sie weder gedacht noch dafür zugelassen. In der Hohlschicht kommen ausschließlich dafür zugelassene Einblas- oder Schüttdämmstoffe nach DIN 4108-10 infrage. Wo eine sehr dünne, hochwirksame Dämmschicht gebraucht wird, spielen Aerogelmatten dagegen ihre Stärke aus. Diese Einordnung gehört vor das Angebot, nicht danach.

Wirtschaftlichkeit und Grenzen

Aerogelmatten gehören zu den teuersten Dämmstoffen am Markt. Wirtschaftlich sind sie deshalb nicht als großflächige Standarddämmung, sondern gezielt dort, wo die geringe Dicke einen echten Mehrwert bietet, etwa wenn jeder Zentimeter Wohnfläche oder Aufbauhöhe zählt.

Für große, unkritische Flächen sind günstigere Dämmstoffe in der Regel die sinnvollere Wahl. Ob Aerogel im Einzelfall die richtige Lösung ist, hängt von der Bauaufgabe, dem verfügbaren Platz und dem Budget ab.

Vor- und Nachteile

Vorteile

  • extrem niedrige Wärmeleitfähigkeit, sehr dünner Aufbau möglich
  • flexibel, zuschneidbar, gut für komplexe Anschlussdetails
  • hydrophob und zugleich diffusionsoffen
  • geeignet zur Entschärfung von Wärmebrücken und für die Sanierung im Bestand
  • A2-Varianten als nicht brennbar verfügbar

Grenzen

  • hoher Materialpreis, nur gezielt wirtschaftlich
  • nicht für großflächige Standarddämmung gedacht
  • nicht für dauerhaft nasse oder erdberührte Bereiche (keine Kerndämmung)
  • Verarbeitung erzeugt Staub, Schutzausrüstung erforderlich

Häufige Fragen

Warum dämmt Aerogel so gut?

Aerogel besteht zum allergrößten Teil aus winzigen, luftgefüllten Nanoporen. In diesen feinen Poren wird die Wärmeleitung über die Luft stark gehemmt, daher die sehr niedrige Wärmeleitfähigkeit von etwa 0,015 bis 0,019 W/(m·K).

Sind Aerogelmatten brennbar?

Das hängt vom Träger ab. Nach DIN EN 13501-1 reicht die Einstufung je nach Produkt von A2-s1,d0 bis C-s1,d0. A2-Varianten gelten als nicht brennbar. Maßgeblich ist die jeweilige Produktzulassung.

Eignen sich Aerogelmatten für die Kerndämmung der Außenwand?

Nein. Aerogelmatten werden flächig verlegt und befestigt, nicht in eine geschlossene Hohlschicht eingeblasen. Für die nachträgliche Kerndämmung des zweischaligen Mauerwerks sind sie nicht vorgesehen. Dort kommen nur dafür zugelassene Dämmstoffe nach DIN 4108-10 zum Einsatz. Aerogelmatten sind die Lösung für dünne Innendämmung und Anschlussdetails.

Vertragen Aerogelmatten Feuchte?

Die Matten sind hydrophob, weisen also flüssiges Wasser ab, und zugleich dampfdurchlässig. Für eine dauerhaft im Wasser stehende oder erdberührte Anwendung sind sie aber nicht gedacht.

Quellen

Allgemeine Materialkunde, Stand Juni 2026, ohne Gewähr. Dieser Beitrag ersetzt keine Energieberatung und keine Planung. Welcher Dämmstoff im konkreten Fall geeignet ist, entscheidet die Prüfung des Bauteils vor Ort.