Kennwerte im Überblick

Wärmeleitfähigkeit (Lambda) ca. 0,028 W/(m·K) Nennwert (Hochleistungsprodukt); Produktspanne am Markt ca. 0,027 bis 0,040 W/(m·K)
Wärmeleitstufe (WLS) Hochleistungsprodukt im Bereich 028; einfachere Aerogelputze bis 040
Brandverhalten A2-s1,d0 nach DIN EN 13501-1 (nicht brennbar); entspricht der Einstufung nicht brennbar nach DIN 4102
Rohdichte (trocken) ca. 216 bis 220 kg/m³ beim Hochleistungsprodukt; Produktspanne ca. 160 bis 250 kg/m³
Dampfdiffusionswiderstand (Mu) ca. 3 bis 4 (sehr diffusionsoffen), zugleich wasserabweisend
Aufbau mineralisches Bindemittel (Kalk, Zement) mit eingebundenem Silica-Aerogel-Granulat
Lieferform Trockenmörtel im Sack, maschinell mit Putzmaschine verarbeitet
Schichtdicke typisch ca. 4 bis 6 cm, dünner als konventionelle Dämmputze bei gleicher Wirkung
Zulassung CE-Kennzeichnung mit Leistungserklärung; Aerogel-Dämmputzsysteme sind über bauaufsichtliche Bewertungen bzw. ETA des jeweiligen Herstellers geregelt
Kostenniveau deutlich oberhalb klassischer Dämm- und Mineralputze (Hochleistungsmaterial, projektabhängig)

Was Aerogel-Dämmputz ist

Aerogel-Dämmputz ist ein mineralischer Putzmörtel, in den Silica-Aerogel eingebunden ist. Aerogel ist ein hochporöses Material, das fast vollständig aus Luftporen besteht, gewonnen aus Kieselsäureverbindungen. Diese Poren bremsen den Wärmestrom sehr stark und sorgen für die ausgeprägte Dämmwirkung.

Im Gegensatz zu Aerogelmatten wird Aerogel-Dämmputz nicht als flexible Bahn verlegt, sondern als Trockenmörtel angemischt und maschinell auf den Untergrund gespritzt. So entsteht eine fugenlose, formbare Dämmschicht, die sich an Bestandsgeometrien anpasst.

Wärmeschutz, Feuchte und Brandverhalten

Der Nennwert der Wärmeleitfähigkeit liegt beim Hochleistungsprodukt bei etwa 0,028 W/(m·K). Damit dämmt der Putz rund zwei- bis dreimal besser als ein klassischer Wärmedämmputz und erreicht eine vergleichbare Wirkung bei deutlich geringerer Schichtdicke. Am Markt gibt es Produkte zwischen rund 0,027 und 0,040 W/(m·K).

Aerogel-Dämmputz ist stark diffusionsoffen (Mu-Wert im Bereich von etwa 3 bis 4) und gleichzeitig wasserabweisend. Diese Kombination ist für Fassaden und für die Innendämmung von Bestandswänden günstig, weil Feuchte durchwandern kann, ohne dass die Schicht durchnässt. Für dauerhaft nasse, erdberührte Bereiche ist auch dieser Putz nicht gedacht.

Beim Brandverhalten profitiert das Material vom mineralischen Bindemittel und vom anorganischen Aerogel: Produkte wie der Fixit 222 sind nach DIN EN 13501-1 als A2-s1,d0 und damit als nicht brennbar eingestuft. Maßgeblich ist immer die jeweilige Produktzulassung.

Typische Einsatzbereiche

Aerogel-Dämmputz wird vor allem dort eingesetzt, wo wenig Platz zur Verfügung steht oder das Erscheinungsbild erhalten bleiben soll: als dünner Dämmputz auf der Fassade und als Innendämmung auf der Innenwand. Im Denkmalschutz und bei energetischen Sanierungen ist er interessant, weil die Bauteilgeometrie durch die geringe Schichtdicke nahezu unverändert bleibt.

Für die nachträgliche Kerndämmung der geschlossenen Hohlschicht eines zweischaligen Mauerwerks ist Aerogel-Dämmputz dagegen nicht geeignet. Eine Kerndämmung füllt die bestehende Luftschicht zwischen Vor- und Hintermauerschale, ein Putz wird dagegen flächig auf eine Oberfläche aufgetragen. Für die bewitterte Hohlschicht kommen nur dafür geprüfte, dauerhaft wasserabweisende Einblas- oder Schüttdämmstoffe nach DIN 4108-10 infrage. Welcher Aufbau im konkreten Fall sinnvoll ist, hängt vom Bauteil, von der Feuchtesituation und vom Budget ab. Diese Einordnung gehört vor das Angebot, nicht danach.

Aufwand, Kosten und Grenzen

Aerogel ist in der Herstellung aufwendig, deshalb liegt Aerogel-Dämmputz preislich deutlich über klassischen Dämm- und Mineralputzen. Der Vorteil liegt nicht im Preis je Quadratmeter, sondern in der hohen Dämmwirkung bei geringer Schichtdicke und im mineralischen, nicht brennbaren Aufbau.

Die Dämmwirkung eines Putzes bleibt durch die mögliche Schichtdicke begrenzt: Wo viel Dämmleistung gefordert ist, erreicht ein Putz allein nicht das Niveau eines dicken Plattendämmsystems. Aerogel-Dämmputz ist deshalb eine gezielte Lösung für Anschlüsse, Laibungen, schmale Bauteile und denkmalgeschützte Fassaden, kein pauschaler Ersatz für jedes Dämmsystem.

Vor- und Nachteile

Vorteile

  • sehr niedrige Wärmeleitfähigkeit (Hochleistungsprodukt ca. 0,028 W/(m·K))
  • starke Dämmwirkung bei dünner Schicht, gut bei wenig Platz
  • diffusionsoffen und zugleich wasserabweisend
  • mineralisch und nicht brennbar (A2-s1,d0)
  • fugenlos, formbar, gut für Denkmal und Bestand

Grenzen

  • deutlich höhere Materialkosten als klassische Dämmputze
  • nur maschineller Auftrag durch Fachbetrieb sinnvoll
  • Dämmleistung durch die Schichtdicke begrenzt, kein Ersatz für dicke Plattendämmung
  • nicht für die Kerndämmung der zweischaligen Hohlschicht und nicht für dauerhaft nasse, erdberührte Bereiche

Häufige Fragen

Wie gut dämmt Aerogel-Dämmputz im Vergleich zu normalem Dämmputz?

Ein Hochleistungs-Aerogel-Dämmputz erreicht eine Wärmeleitfähigkeit von etwa 0,028 W/(m·K) und damit rund zwei- bis dreimal mehr Dämmwirkung als ein klassischer Dämmputz. Bei gleicher Wirkung genügt eine deutlich dünnere Schicht.

Ist Aerogel-Dämmputz brennbar?

Nein. Durch das mineralische Bindemittel und das anorganische Aerogel sind Produkte wie der Fixit 222 nach DIN EN 13501-1 als A2-s1,d0 und damit als nicht brennbar eingestuft. Maßgeblich ist die jeweilige Produktzulassung.

Eignet sich Aerogel-Dämmputz für die Kerndämmung der Außenwand?

Nein. Eine Kerndämmung füllt die geschlossene Hohlschicht im zweischaligen Mauerwerk, ein Dämmputz wird dagegen flächig auf eine Oberfläche aufgetragen. Für die bewitterte Hohlschicht kommen nur dafür geprüfte Einblas- oder Schüttdämmstoffe nach DIN 4108-10 infrage. Aerogel-Dämmputz ist für Fassade und Innenwand gedacht.

Warum ist Aerogel-Dämmputz so teuer?

Die Herstellung von Aerogel ist aufwendig. Der Mehrpreis rechtfertigt sich nur dort, wo die hohe Dämmwirkung bei dünner Schicht wirklich gebraucht wird, etwa im Denkmalschutz, bei Anschlüssen oder Laibungen und bei wenig Platz.

Quellen

Allgemeine Materialkunde, Stand Juni 2026, ohne Gewähr. Dieser Beitrag ersetzt keine Energieberatung und keine Planung. Welcher Dämmstoff im konkreten Fall geeignet ist, entscheidet die Prüfung des Bauteils vor Ort.