Warum ein Schacht mehrere Geschosse verbindet

Versorgungsschächte führen Leitungen durch viele Geschosse. Ohne wirksame Schachtwände und Abschottungen können Feuer und Rauch entlang dieser Verbindung weitergeleitet werden. Im Hochhaus sind die Folgen besonders schwerwiegend, weil Flucht- und Rettungswege, Gebäudetechnik und viele Nutzungseinheiten betroffen sind.

Wärme- oder Schalldämmung darf deshalb nie unabhängig vom Brandschutz ergänzt werden. Ein Dämmstoff kann unbrennbar sein und trotzdem eine unzulässige Fuge, eine beschädigte Abschottung oder eine ungeprüfte Befestigung hinterlassen.

Bestand, Genehmigung und Systemnachweise lesen

Vor einer Änderung werden Brandschutzkonzept, Schachtaufbau, Leitungsbelegung, Feuerwiderstand, Abschottungsnachweise und Revisionsöffnungen erfasst. Maßgeblich sind die im jeweiligen Bundesland eingeführten technischen Baubestimmungen und die Zulassungen oder Bauartgenehmigungen der eingesetzten Systeme.

Fehlende Kennzeichnungen, nachträglich geführte Kabel und beschädigte Schachtwände sind kein Freibrief zum Ausschäumen. Sie lösen eine fachliche Bestandsbewertung und gegebenenfalls eine Mängelbeseitigung aus.

Nur klassifizierte und nachgewiesene Bauarten

Leitungsabschottungen, Schachtbekleidungen, Dämmungen und Revisionsabschlüsse werden als zusammenpassende Bauart ausgeführt. Material, Dicke, Befestigung, Abstände und Anschlussdetails folgen dem jeweiligen Verwendbarkeitsnachweis. Ein Produktwechsel kann den gesamten Nachweis berühren.

Nach der Ausführung werden Abschottungen gekennzeichnet und dokumentiert. Betreiberunterlagen müssen zeigen, welches System an welcher Stelle eingebaut wurde und welche spätere Wartung zulässig ist.

Ausdrücklich kein DIY- oder Appiarius-Standardverfahren

Arbeiten in Hochhaus-Versorgungsschächten gehören zu qualifizierten Brandschutzfachbetrieben und brauchen objektspezifische Planung sowie Freigabe. Eigenmächtiges Öffnen oder Verfüllen kann eine funktionierende Abschottung zerstören.

Appiarius bietet dieses Verfahren nicht an. Es wird im Atlas geführt, damit Eigentümer, Verwalter und Planer die Grenze zwischen allgemeiner Dämmung und geregelter Brandschutzbauart erkennen.

Schematischer Schnitt eines Versorgungsschachts über zwei Geschosse mit gedämmten Leitungen, Geschossdecke, Abschottungen und Schachtwänden
Diagramm: Jede Geschossdurchführung braucht ein zugelassenes Abschottungssystem. Leitungsdämmung, Schachtwand und Revisionsöffnungen folgen dem Brandschutzkonzept.

Geeignete Dämmstoffe

Häufige Fragen

Kann ein offener Ringspalt mit Mineralwolle gestopft werden?

Nicht ohne den Nachweis der konkreten Abschottungsbauart. Material, Dichte, Tiefe, Beschichtung und Abstände sind systemgebunden.

Gilt die MLAR unmittelbar?

Die Muster-Richtlinie wird über die technischen Baubestimmungen der Länder umgesetzt. Maßgeblich ist die im jeweiligen Bundesland eingeführte Fassung und das konkrete Brandschutzkonzept.

Warum muss jede Abschottung dokumentiert werden?

Damit Betreiber und Prüfer erkennen können, welches System eingebaut wurde, welche Feuerwiderstandsfunktion vorgesehen ist und wie spätere Änderungen auszuführen sind.

Darf Appiarius solche Schächte dämmen?

Appiarius bietet dieses brandschutztechnische Hochhausverfahren nicht als Leistung an. Zuständig sind qualifizierte Fachplanung und Brandschutzfachbetriebe.

Quellen

Allgemeine Verfahrenseinordnung, Stand Juli 2026, ohne Gewähr. Keine Ausführungsanleitung. Planung, Öffnung, Dämmung und Abschottung von Versorgungsschächten im Hochhaus gehören ausschließlich in qualifizierte Fachhände.