Kennwerte im Überblick
| Wärmeleitfähigkeit (Lambda) | 0,035 bis 0,040 W/(m·K), Hochleistungsmatten ab 0,032 W/(m·K) |
|---|---|
| Wärmeleitstufe (WLS) | 032 bis 040, gängig 035 |
| Brandverhalten | A1 (nichtbrennbar) nach DIN EN 13501-1, A1 nach DIN 4102; Schmelzpunkt über 1000 °C nach DIN 4102-17 |
| Rohdichte (Matte/Filz) | ca. 30 bis 80 kg/m³, je nach Produkt und Bauteil |
| Dampfdiffusionswiderstand (Mu) | 1 (sehr diffusionsoffen) |
| Wärmespeicherkapazität | ca. 840 J/(kg·K) (spezifische Wärmekapazität) |
| Wasseraufnahme | wasserabweisend (hydrophobiert), nicht hygroskopisch |
| Lieferform | Matten, Klemmfilze und komprimierte Rollen zum Einklemmen |
| Rohstoff | geschmolzenes Gestein (z.B. Basalt, Diabas) zu Mineralfasern versponnen |
| Zulassung | CE-Kennzeichnung nach DIN EN 13162, Bemessungswerte nach DIN 4108-4 |
| Kostenniveau | Material für Klemmfilz ca. 10 bis 20 EUR/m², je nach Dicke und WLS (projektabhängig) |
Was Steinwollematten sind
Steinwollematten gehören zur Gruppe der Mineralwolle. Sie entstehen, indem Gestein bei hohen Temperaturen geschmolzen, zu feinen Fasern versponnen und zu flexiblen Matten oder Filzen verarbeitet wird. Anders als feste Platten lassen sich diese Matten zusammendrücken und federn wieder auf.
Diese Rückstellkraft macht sie zum Standard für die Dämmung in Hohlräumen mit seitlichen Begrenzungen: Die Matte wird etwas breiter als das Gefach zugeschnitten und klemmt sich von selbst zwischen Sparren, Balken oder Ständer. Daher auch der Name Klemmfilz.
Wärmeschutz, Feuchte und Brandverhalten
Die Wärmeleitfähigkeit liegt je nach Produkt bei etwa 0,032 bis 0,040 W/(m·K), gängig ist die Wärmeleitstufe 035. Für die Dämmwirkung ist neben dem Material vor allem eine ausreichende Schichtdicke und ein fugenfreier, lückenloser Einbau ohne Hohlstellen entscheidend.
Steinwolle ist stark diffusionsoffen (Mu-Wert etwa 1) und wird im Werk wasserabweisend ausgerüstet. Sie nimmt Wasser nicht hygroskopisch auf, sollte aber in geschützten, nicht dauerhaft durchnässten Aufbauten verbaut werden. Neben dem Wärmeschutz bringt sie gute schalldämmende Eigenschaften mit.
Im Brandverhalten liegt der wesentliche Vorteil: Steinwolle ist nach DIN EN 13501-1 als A1 nichtbrennbar eingestuft und schmilzt erst bei über 1000 °C. Sie trägt nicht zur Brandlast bei und wird deshalb häufig dort gefordert, wo der Brandschutz im Vordergrund steht.
Typische Einsatzbereiche
Steinwollematten werden vor allem in Bauteile mit Gefachen geklemmt: zwischen die Sparren bei der Dachdämmung, in Holzbalkendecken, in das Ständerwerk von Trenn- und Innenwänden sowie auf die oberste Geschossdecke. In all diesen Fällen liegt ein begrenzbarer, geschützter Hohlraum ohne direkte Bewitterung vor.
Für die nachträgliche Kerndämmung der zweischaligen Außenwand sind Matten dagegen nicht geeignet. In die geschlossene, bewitterte Hohlschicht werden lose Dämmstoffe eingeblasen, keine Matten oder Platten eingebaut. Ob Steinwolle oder ein anderer Dämmstoff sinnvoller ist, hängt vom Bauteil, vom Brandschutz und von der Feuchtesituation ab. Diese Einordnung gehört vor das Angebot, nicht danach.
Ökologie und Entsorgung
Die Herstellung von Steinwolle ist wegen des Schmelzprozesses energieintensiv. Im Gegenzug ist das Material langlebig, alterungsbeständig und unempfindlich gegen Fäulnis, Ungeziefer und Pilzbefall.
Ausgebaute Mineralwolle wird je nach Alter und örtlicher Regelung als Abfall entsorgt; ältere Produkte können besonderen Anforderungen unterliegen. Die konkreten Wege richten sich nach den Vorgaben des Entsorgers.
Vor- und Nachteile
Vorteile
- nichtbrennbar (A1), Schmelzpunkt über 1000 °C
- stark diffusionsoffen, wasserabweisend ausgerüstet
- gute Schalldämmung neben dem Wärmeschutz
- klemmt sich durch Rückstellkraft selbst ins Gefach
- langlebig, fäulnis- und ungezieferresistent
Grenzen
- energieintensive Herstellung (Schmelzprozess)
- Mineralfasern erfordern Schutzkleidung beim Einbau
- nicht für dauerhaft durchnässte oder erdberührte Bereiche
- nicht für die Kerndämmung der geschlossenen Hohlschicht (dort werden lose Stoffe eingeblasen)
Häufige Fragen
Ist Steinwolle brennbar?
Nein. Steinwolle ist nach DIN EN 13501-1 als A1 nichtbrennbar eingestuft und schmilzt erst bei über 1000 °C. Sie trägt nicht zur Brandlast bei und wird oft gerade wegen des Brandschutzes gewählt.
Worin unterscheiden sich Steinwolle und Glaswolle?
Beide sind Mineralwolle. Steinwolle entsteht aus geschmolzenem Gestein und ist meist etwas dichter und höher temperaturbeständig, Glaswolle aus Altglas und Sand ist oft leichter. Im Wärmeschutz liegen beide nah beieinander.
Eignen sich Steinwollematten für die Kerndämmung der Außenwand?
Nein. In die geschlossene, bewitterte Hohlschicht eines zweischaligen Mauerwerks werden lose Dämmstoffe eingeblasen, keine Matten oder Platten eingebaut. Steinwollematten bleiben Gefachen wie Sparren, Balken und Ständerwerk vorbehalten.
Muss man beim Einbau Schutzkleidung tragen?
Beim Zuschneiden und Einbauen von Mineralwolle entsteht Faserstaub. Schutzhandschuhe, Atemschutz und langärmlige Kleidung sind sinnvoll. Moderne Produkte sind als nicht krebserregend eingestuft, der mechanische Hautreiz bleibt aber.
Quellen
- ROCKWOOL Klemmrock 035, Produkt- und Technikdaten (Steinwolle-Klemmfilz, Lambda 0,035, A1, Schmelzpunkt > 1000 °C, Mu = 1)
- ROCKWOOL Klemmrock 035, Technisches Datenblatt (PDF)
- Superglass Klemmfilz KF 2 WLG 035, Technisches Datenblatt (PDF)
- BauNetz Wissen, Steinwolle (Fachwissen Dämmstoffe)
Allgemeine Materialkunde, Stand Juni 2026, ohne Gewähr. Dieser Beitrag ersetzt keine Energieberatung und keine Planung. Welcher Dämmstoff im konkreten Fall geeignet ist, entscheidet die Prüfung des Bauteils vor Ort.