Grundprinzip
Bei diesem Verfahren wird ein Polyurethan-Hartschaum direkt auf die Unterseite der Betonkellerdecke gesprüht. Der Schaum dehnt sich aus, härtet aus und bildet eine fugenlose, fest haftende Dämmschicht.
Weil der Schaum formschlüssig aufgetragen wird, legt er sich auch an unebene Decken und um kleinere Einbauten an. Es entstehen keine Plattenstöße und keine durchgehenden Fugen, was Wärmebrücken über die Fläche reduziert.
Fugenloser Auftrag in mehreren Lagen
Der Untergrund muss tragfähig, sauber und ausreichend trocken sein, damit der Schaum dauerhaft haftet. Der Auftrag erfolgt maschinell, je nach gewünschter Dämmdicke in mehreren Lagen.
Die ausgehärtete Oberfläche bleibt sichtbar oder wird je nach Anforderung nachbehandelt. Ränder, Durchdringungen und Anschlüsse werden sauber ausgeführt, damit die Dämmebene durchgehend bleibt. Der Einbau ist eingewiesenen Fachbetrieben vorbehalten.
Brandschutz im Keller beachten
Polyurethan-Schaum ist ein organischer Dämmstoff und je nach Produkt als normal entflammbar oder schwer entflammbar eingestuft. Im Keller, wo häufig Heizung, Technik und Lager untergebracht sind, ist das Brandverhalten besonders wichtig.
Ob der Schaum offen bleiben darf oder eine schützende Bekleidung braucht, richtet sich nach der Nutzung des Kellers, nach Flucht- und Rettungswegen und nach den baurechtlichen Anforderungen. Diese Einordnung gehört vor die Ausführung, nicht danach. Maßgeblich ist immer die jeweilige Produktzulassung.
Geeigneter Dämmstoff
Verwendet wird ein Polyurethan-Sprüh- oder Ortschaum, der vor Ort aus zwei Komponenten aufgeschäumt wird. Sein Vorteil ist die niedrige Wärmeleitfähigkeit bei geringer Dämmdicke und der fugenlose, formschlüssige Auftrag.
Ob ein Sprühschaum, eine Plattendämmung oder eine abgehängte Einblasdämmung sinnvoller ist, hängt von der Decke, von der lichten Höhe, vom Brandschutz und von den Einbauten ab. Diese Abwägung gehört vor das Angebot, nicht danach.
Ablauf der Maßnahme
Nach der Prüfung der Decke wird der Untergrund gereinigt und vorbereitet, angrenzende Flächen werden abgedeckt. Anschließend wird der Schaum maschinell in der vorgesehenen Dicke aufgetragen und härtet aus.
Zum Abschluss werden Ränder und Durchdringungen nachgearbeitet und, falls erforderlich, eine schützende Bekleidung vorgesehen. Die Dauer hängt von der Fläche, von der Zugänglichkeit und vom Bestand ab und wird nach dem Aufmaß eingeschätzt.
Eignung, Grenzen und Förderung
Das Verfahren passt für unebene oder schwer zu beplankende Decken, wo eine fugenlose, formschlüssige Dämmung gewünscht ist. Grenzen liegen im Brandschutz bei offener Verlegung, in der Abhängigkeit von einem trockenen, tragfähigen Untergrund und darin, dass der Auftrag nicht rückbaufreundlich ist.
Für die Kellerdecke besteht keine eigene Nachrüstpflicht nach dem GEG. Die Maßnahme ist über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) förderfähig, sofern die Anforderungen eingehalten werden, dann wird ein Energie-Effizienz-Experte eingebunden. Appiarius Dämmtechnik führt die handwerkliche Maßnahme aus und ordnet vor Ort ein, welches Verfahren für die jeweilige Decke sinnvoll ist.
Häufige Fragen
Was ist der Vorteil von Sprühschaum gegenüber Platten?
Der Schaum wird fugenlos und formschlüssig aufgetragen und legt sich auch an unebene Decken und kleinere Einbauten an. Es entstehen keine Plattenstöße, was Wärmebrücken über die Fläche reduziert.
Ist PU-Schaum im Keller ein Brandrisiko?
Polyurethan ist organisch und je nach Produkt normal oder schwer entflammbar. Ob der Schaum offen bleiben darf oder eine schützende Bekleidung braucht, richtet sich nach Nutzung, Rettungswegen und Baurecht. Das wird vor der Ausführung geklärt.
Eignet sich das Verfahren für unebene Decken?
Ja, gerade dafür. Der formschlüssige Auftrag ist ein wesentlicher Vorteil, wenn eine Plattendämmung an Unebenheiten und Einbauten scheitert.
Kann ich den Schaum später wieder entfernen?
Der Auftrag ist fest haftend und nicht rückbaufreundlich. Wer eine rückbaubare Lösung möchte, sollte eine Platten- oder eine abgehängte Einblasdämmung prüfen.
Ist die Kellerdeckendämmung Pflicht?
Nein, für die Kellerdecke gibt es keine GEG-Nachrüstpflicht. Die Maßnahme ist freiwillig, wirtschaftlich oft sinnvoll und über die BEG förderfähig.
Quellen
- DIN 4108-10, Anwendungsbezogene Anforderungen an Wärmedämmstoffe (Decken, Ortschaum)
- Fachregeln und bauaufsichtliche Zulassungen (DIBt, ETA) für PUR-Ortschaum als Dämmung
- Gebäudeenergiegesetz (GEG) und Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG), Anforderungen an Bauteile und Förderung
Allgemeine Verfahrenskunde, Stand Juni 2026, ohne Gewähr. Dieser Beitrag ersetzt keine Energieberatung und keine Planung am Gebäude. Welcher Aufbau und welcher zugelassene Dämmstoff im konkreten Fall passt, entscheidet die Prüfung des Bestands vor Ort, einschließlich der Brandschutzanforderungen.