Kennwerte im Überblick

Wärmeleitfähigkeit (Lambda) 0,027 W/(m·K) als Gießschaum, ca. 0,030 W/(m·K) als Sprühschaum
Wärmeleitstufe (WLS) 027 bis 030, je nach Verfahren und Produkt
Brandverhalten B2 nach DIN 4102 (normal entflammbar); Klasse E nach DIN EN 13501-1, je nach Produkt
Rohdichte (eingebaut) Gießschaum ca. 55 bis 65 kg/m³, Sprühschaum ca. 40 bis 50 kg/m³
Dampfdiffusionswiderstand (Mu) ca. 40 bis 200, je nach Schichtdicke (diffusionshemmend)
Zellstruktur geschlossenzelliger Hartschaum (Anteil geschlossener Zellen über 90 Prozent)
Feuchteverhalten dauerhaft wasserabweisend, sehr geringe Wasseraufnahme
Lieferform Zwei-Komponenten-Ortschaum, vor Ort flüssig aufgeschäumt (Gieß- oder Sprühverfahren)
Zulassung allgemeine bauaufsichtliche Zulassung des DIBt, für die Hohlraumdämmung nach DIN 4108-10 (Anwendung WZ)
Kostenniveau mittlerer bis oberer Bereich der Dämmstoffe (projektabhängig)

Was PU-Sprüh- und Gießschaum ist

PU-Sprüh- und Gießschaum ist Polyurethan-Hartschaum, der nicht als fertige Platte geliefert, sondern aus zwei flüssigen Komponenten direkt auf der Baustelle aufgeschäumt wird. Beim Mischen reagieren die Komponenten und dehnen sich aus, bis sie den vorhandenen Raum ausfüllen und aushärten.

Beim Gießverfahren wird der flüssige Schaum in einen Hohlraum eingebracht, wo er aufquillt und sich an alle Begrenzungen anlegt. Beim Sprühverfahren wird der Schaum auf eine Fläche aufgetragen und bildet dort eine geschlossene Dämmschicht. In beiden Fällen entsteht eine fugenlose, sich selbst anpassende Dämmung.

Wärmeschutz, Feuchte und Brandverhalten

Polyurethan-Hartschaum erreicht mit etwa 0,027 W/(m·K) als Gießschaum und rund 0,030 W/(m·K) als Sprühschaum eine sehr niedrige Wärmeleitfähigkeit. Bei gleicher Dämmwirkung kommt das Material deshalb mit einer dünneren Schicht aus als die meisten anderen Dämmstoffe, was bei knappen Hohlräumen ein Vorteil sein kann.

Der Schaum ist überwiegend geschlossenzellig (Anteil geschlossener Zellen über 90 Prozent) und dadurch dauerhaft wasserabweisend mit sehr geringer Wasseraufnahme. Anders als diffusionsoffene Faserdämmstoffe wirkt PU-Hartschaum diffusionshemmend, der Mu-Wert liegt je nach Schichtdicke etwa zwischen 40 und 200.

Der Grundstoff ist brennbar. PU-Ortschaum wird nach DIN 4102 in der Regel als normal entflammbar (B2) eingestuft und erreicht nach DIN EN 13501-1 typischerweise die Klasse E. Maßgeblich ist immer die jeweilige Produktzulassung, einzelne Plattenprodukte aus PUR/PIR erreichen bessere Klassen.

Typische Einsatzbereiche

Weil PU-Hartschaum geschlossenzellig und wasserabweisend ist, eignet er sich als Gießschaum auch für die Kerndämmung des bewitterten zweischaligen Mauerwerks. Dafür ist Polyurethan-Ortschaum nach DIN 4108-10 für die Anwendung in der Hohlschicht (Anwendungsgebiet WZ) bauaufsichtlich zugelassen. Der flüssig eingebrachte Schaum füllt die Luftschicht setzungssicher und lückenlos aus.

Als Sprühschaum wird Polyurethan unter anderem zur Aufdach- und Flachdachdämmung, an Kellerdecken und zur Stabilisierung von Bauteilen verwendet. In all diesen Fällen entscheidet die Eignung des Bauteils, der Feuchteschutz und der Brandschutz über den Einsatz. Diese Einordnung gehört vor das Angebot, nicht danach.

Bei der Kerndämmung gilt: In die Hohlschicht kommen nur dauerhaft wasserabweisende Dämmstoffe nach DIN 4108-10. Ob PU-Gießschaum, ein Einblasdämmstoff oder eine andere Lösung im konkreten Fall sinnvoller ist, hängt von der Breite der Luftschicht, vom Zustand der Vormauerschale und von der Feuchtesituation ab.

Ökologie und Entsorgung

Polyurethan wird aus erdölbasierten Rohstoffen hergestellt, der Primärenergiebedarf in der Herstellung ist höher als bei nachwachsenden Dämmstoffen. Dem stehen eine sehr hohe Dämmwirkung pro Zentimeter und eine lange Nutzungsdauer gegenüber.

Eingebauter, ausgehärteter PU-Hartschaum ist alterungs- und verrottungsbeständig. Die Entsorgung erfolgt je nach Zustand und örtlicher Regelung; die konkreten Wege richten sich nach den Vorgaben des Entsorgers.

Vor- und Nachteile

Vorteile

  • sehr niedrige Wärmeleitfähigkeit, dünne Schichten möglich
  • fugenlose, sich selbst anpassende Ortschaum-Dämmung
  • geschlossenzellig und dauerhaft wasserabweisend
  • als Gießschaum für die Kerndämmung zugelassen (DIN 4108-10)
  • setzungssicher, alterungs- und verrottungsbeständig

Grenzen

  • nur maschinelle Verarbeitung durch Fachbetrieb möglich
  • diffusionshemmend, Aufbau muss bauphysikalisch passen
  • erdölbasiert, höherer Herstellungsenergiebedarf
  • Grundstoff brennbar, Brandverhalten produktabhängig (meist B2 / Klasse E)

Häufige Fragen

Eignet sich PU-Schaum für die Kerndämmung der Außenwand?

Ja, als Gießschaum. Polyurethan-Hartschaum ist geschlossenzellig und wasserabweisend und nach DIN 4108-10 für die Hohlschicht des zweischaligen Mauerwerks (Anwendung WZ) bauaufsichtlich zugelassen. Maßgeblich ist die jeweilige Produktzulassung und ein für das Bauteil geeigneter Aufbau.

Warum dämmt PU-Schaum mit dünnerer Schicht?

Die Wärmeleitfähigkeit liegt mit etwa 0,027 bis 0,030 W/(m·K) sehr niedrig. Für die gleiche Dämmwirkung reicht deshalb eine geringere Dämmdicke als bei den meisten anderen Dämmstoffen, was bei schmalen Hohlräumen hilft.

Nimmt PU-Schaum Feuchte auf?

Sehr wenig. Der überwiegend geschlossenzellige Hartschaum ist dauerhaft wasserabweisend. Er ist allerdings diffusionshemmend, der Aufbau muss deshalb bauphysikalisch zum Bauteil passen.

Ist PU-Schaum brennbar?

Der Grundstoff ist brennbar. PU-Ortschaum wird nach DIN 4102 in der Regel als normal entflammbar (B2) eingestuft und erreicht nach DIN EN 13501-1 typischerweise die Klasse E. Maßgeblich ist die jeweilige Produktzulassung.

Quellen

Allgemeine Materialkunde, Stand Juni 2026, ohne Gewähr. Dieser Beitrag ersetzt keine Energieberatung und keine Planung. Welcher Dämmstoff im konkreten Fall geeignet ist, entscheidet die Prüfung des Bauteils vor Ort.