Typischer Aufbau im Norden

Viele norddeutsche Gebäude haben eine äußere Klinkerschale, eine Hohlschicht und ein tragendes Hintermauerwerk. Diese Bauweise schützt vor Wetter und prägt viele Bestandsfassaden im Elbe-Weser-Raum.

Die Hohlschicht kann energetisch relevant sein. Ist sie geeignet, lässt sie sich oft als Kerndämmung verfüllen.

Aufbau aus Klinkerschale, Hohlschicht und Hintermauerwerk
Diagramm: Die Hohlschicht liegt zwischen Außenschale und Hintermauerwerk. Ihre Eignung entscheidet über die Kerndämmung.

Eignung prüfen

Entscheidend sind Hohlraumstärke, Durchgängigkeit, Feuchte, Zustand von Klinker und Fugen sowie offene Anschlüsse. Auch frühere Umbauten können die Eignung beeinflussen.

Eine Wand kann äußerlich ordentlich wirken und innen trotzdem Hindernisse oder Feuchterisiken haben. Deshalb gehört die Prüfung vor das Angebot.

Was Kerndämmung leisten kann

Eine passende Kerndämmung reduziert Wärmeverluste über die Außenwand und kann die innere Oberflächentemperatur verbessern. Der Eingriff bleibt meist deutlich kleiner als bei einem kompletten Fassadensystem.

Die Maßnahme muss aber zum Schlagregenschutz und zur vorhandenen Fassade passen. Fassadenschutz und Fugenbild werden daher mit betrachtet.

Wann Zurückhaltung richtig ist

Bei Schäden, starker Durchfeuchtung, ungeklärten Anschlüssen oder ungeeigneter Hohlschicht sollte nicht einfach verfüllt werden. Dann braucht es zuerst Ursachenklärung oder eine andere Sanierungsreihenfolge.

Förderfragen werden vor Beginn eingeordnet, damit Antrag, Energieberatung und Ausführung sauber zusammenpassen.

Häufige Fragen

Ist jedes Klinkerhaus geeignet?

Nein. Die Hohlschicht, Feuchte und Anschlüsse müssen geprüft werden.

Bleibt die Fassade sichtbar?

Bei Kerndämmung bleibt die bestehende Fassade grundsätzlich erhalten. Die Einbringöffnungen werden nach der Arbeit geschlossen.

Passt Kerndämmung zur Förderung?

Sie kann förderfähig sein, wenn technische Anforderungen und Ablauf eingehalten werden. Das muss vor Beginn geprüft werden.