Kennwerte im Überblick

Wärmeleitfähigkeit (Lambda) 0,033 bis 0,040 W/(m·K), je nach Produkt und Dicke
Wärmeleitstufe (WLS) 035 bis 040, dünne Hochleistungsplatten bis 033
Brandverhalten B1 nach DIN 4102 (schwer entflammbar); Euroklasse E nach DIN EN 13501-1
Rohdichte ca. 25 bis 45 kg/m³ (typische Platte um 33 kg/m³)
Dampfdiffusionswiderstand (Mu) 80 bis 200 (sehr dampfbremsend)
Druckfestigkeit bei 10 % Stauchung CS(10/Y) ca. 300 bis 700 kPa, Sondertypen höher
Wasseraufnahme (Langzeit-Eintauchen) ca. 0,7 Vol.-%, geschlossene Zellstruktur
Lieferform feste Platten, meist mit Stufenfalz, glatter oder geprägter Oberfläche
Rohstoff Polystyrol, im Extruder mit Treibmittel aufgeschäumt (Extruderschaum)
Zulassung DIN EN 13164 mit CE-Kennzeichnung; für erdberührte Anwendung allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (DIBt)
Kostenniveau mittlerer bis oberer Bereich der Plattendämmstoffe (projektabhängig)

Was XPS-Platten sind

XPS steht für extrudiertes Polystyrol. Polystyrol-Granulat wird dabei im Extruder mit einem Treibmittel aufgeschäumt und zu Platten geformt. Es entsteht ein Hartschaum mit feiner, geschlossener Zellstruktur, an der Schnittkante als gleichmäßig dichtes Material erkennbar.

Genau diese geschlossenen Zellen unterscheiden XPS vom verwandten EPS (expandiertes Polystyrol). XPS nimmt kaum Wasser auf und bleibt auch unter Last und in Feuchte formstabil. Deshalb wird es als feste Platte überall dort eingesetzt, wo andere Dämmstoffe an ihre Grenze kommen.

Wärmeschutz, Feuchte und Brandverhalten

Die Wärmeleitfähigkeit liegt je nach Produkt und Dicke bei etwa 0,033 bis 0,040 W/(m·K), gängige Platten erreichen die Wärmeleitstufe 035. Damit zählt XPS zu den wärmetechnisch günstigeren Plattendämmstoffen.

Stärke von XPS ist das Feuchteverhalten: Durch die geschlossene Zellstruktur liegt die Wasseraufnahme bei langem Eintauchen nur bei rund 0,7 Vol.-%. Der Dampfdiffusionswiderstand ist mit Mu 80 bis 200 hoch, das Material wirkt also dampfbremsend. Zusammen mit der hohen Druckfestigkeit von typisch 300 bis 700 kPa macht das XPS zur ersten Wahl für nasse und belastete Bauteile.

Der Grundstoff Polystyrol ist brennbar. Mit Flammschutzausrüstung wird XPS nach DIN 4102 als schwer entflammbar (B1) und nach DIN EN 13501-1 üblicherweise in die Euroklasse E eingestuft. Maßgeblich ist immer die jeweilige Produktzulassung.

Typische Einsatzbereiche

XPS-Platten kommen dort zum Einsatz, wo Druck und Feuchtigkeit zusammentreffen: an der erdberührten Kellerwand als Perimeterdämmung, am Sockel, unter und über der Bodenplatte, im Umkehrdach sowie in Feucht- und Spritzwasserbereichen. In diesen Lagen spielt XPS seine Wasserunempfindlichkeit und Lastaufnahme voll aus.

Bei der zweischaligen Außenwand kommt es auf die Bauphase an. Im Neubau ist XPS als Kerndämmplatte nach DIN 4108-10 (Anwendungstyp WZ) zugelassen und erhältlich, die Platte wird vor dem Aufmauern der Außenschale an die Innenschale gesetzt. In der Praxis überwiegt bei der flächigen Kerndämmplatte allerdings Mineralwolle, XPS deckt in der Hohlschicht oft nur Detail- und Randpunkte wie Sockel oder Laibungen ab. In eine bereits geschlossene Hohlschicht im Bestand lässt sich keine Platte mehr einbringen, dort wird mit einblas- oder schüttfähigen, dauerhaft wasserabweisenden Granulaten nach DIN 4108-10 verfüllt. Seine Hauptstärke spielt XPS an Perimeter, Sockel und belasteten Flächen aus. Welcher Aufbau im konkreten Fall passt, gehört vor das Angebot, nicht danach.

Ökologie und Entsorgung

XPS ist ein erdölbasierter Kunststoff und in der Herstellung energieintensiver als nachwachsende Dämmstoffe. Sein Vorteil liegt in der Langlebigkeit und der Eignung für Lagen, in denen feuchteempfindliche Materialien ausscheiden.

Reste und Rückbaumaterial aus XPS werden als Kunststoffdämmstoff entsorgt oder, wo möglich, recycelt. Die konkreten Wege richten sich nach den Vorgaben des Entsorgers und der örtlichen Regelung.

Vor- und Nachteile

Vorteile

  • nimmt praktisch kein Wasser auf, geschlossene Zellstruktur
  • sehr druckfest, auch für belastete Böden und Perimeter
  • günstige Wärmeleitfähigkeit unter den Plattendämmstoffen
  • form- und maßstabil, auch in Feuchte und unter Last
  • fäulnis- und verrottungsbeständig, lange Nutzungsdauer

Grenzen

  • erdölbasiert, energieintensive Herstellung
  • Grundstoff brennbar, nur mit Flammschutz schwer entflammbar (B1)
  • dampfbremsend, kann nicht zum Feuchteausgleich beitragen
  • in eine bereits geschlossene Bestands-Hohlschicht nicht einbringbar; in der Kerndämmung seltener als Mineralwolle

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen XPS und EPS?

Beide bestehen aus Polystyrol. EPS (expandiert) ist leichter und für trockene Lagen wie WDVS gedacht. XPS (extrudiert) hat eine geschlossene Zellstruktur, nimmt kaum Wasser auf und hält mehr Druck aus, deshalb wird es für erdberührte und belastete Bauteile verwendet.

Nimmt XPS Wasser auf?

Kaum. Durch die geschlossene Zellstruktur liegt die Wasseraufnahme bei langem Eintauchen nur bei rund 0,7 Vol.-%. Genau deshalb eignet sich XPS für die erdberührte Perimeter- und Sockeldämmung.

Eignet sich XPS für die Kerndämmung der Außenwand?

Im Neubau ja: XPS ist als Kerndämmplatte nach DIN 4108-10 (Anwendungstyp WZ) zugelassen und wird vor dem Aufmauern der Außenschale an die Innenschale gesetzt. Bei der flächigen Kerndämmplatte ist XPS im Markt aber seltener als Mineralwolle. In eine bereits geschlossene Hohlschicht im Bestand lässt sich keine Platte mehr einbringen, dort wird mit dauerhaft wasserabweisenden Granulaten nach DIN 4108-10 verfüllt. Seine Hauptstärke hat XPS an Perimeter, Sockel und belasteten Flächen.

Ist XPS brennbar?

Der Grundstoff Polystyrol ist brennbar. Mit Flammschutzausrüstung wird XPS nach DIN 4102 als schwer entflammbar (B1) und nach DIN EN 13501-1 meist in die Euroklasse E eingestuft. Maßgeblich ist die jeweilige Produktzulassung.

Quellen

Allgemeine Materialkunde, Stand Juni 2026, ohne Gewähr. Dieser Beitrag ersetzt keine Energieberatung und keine Planung. Welcher Dämmstoff im konkreten Fall geeignet ist, entscheidet die Prüfung des Bauteils vor Ort.