Kennwerte im Überblick

Wärmeleitfähigkeit (Lambda) ca. 0,034 W/(m·K) (Cavipor Tonschaum, Nennwert nach DIN EN 12667)
Wärmeleitstufe (WLS) 035 (förderfähige Wärmeleitgruppe)
Brandverhalten nicht brennbar, Baustoffklasse A2-s1,d0 nach DIN EN 13501-1 (rein mineralischer Anteil, ohne zusätzliche Flammschutzmittel)
Rohdichte (eingebaut) ca. 29 bis 35 kg/m³ (trocken, eingebaut, nach ETA-19/0240)
Dampfdiffusionswiderstand (Mu) diffusionsoffen (offenporige Struktur); ein Mu-Zahlenwert ist in der ETA-19/0240 nicht deklariert
Wasseraufnahme hydrophob, nimmt kein flüssiges Wasser auf (Wlp kleiner oder gleich 1,0 kg/m² nach DIN EN 12087, ETA-19/0240)
Lieferform wässriges Mehrkomponenten-System, das vor Ort aufgeschäumt und durch kleine Bohrlöcher in den Hohlraum eingebracht wird
Rohstoff überwiegend mineralisch (rund 90 % anorganische Bestandteile, rund 10 % organischer Binder)
Zulassung ETA-19/0240 sowie allgemeine bauaufsichtliche Zulassung des DIBt Z-23.12-2096 (Cavipor FTX 1, Kerndämmung zweischaliges Mauerwerk); allgemeine Bauartgenehmigung des DIBt seit 2022
Kostenniveau mittlerer bis oberer Bereich der Hohlraum-Dämmverfahren (projektabhängig)

Was tonbasierter Dämmschaum ist

Tonbasierter Dämmschaum ist ein überwiegend mineralischer Dämmstoff, der nicht als Platte oder Flocke geliefert, sondern erst auf der Baustelle entsteht. Mehrere wässrige Komponenten werden vor Ort mit Luft aufgeschäumt und um ein Vielfaches ihres Ausgangsvolumens vergrößert, anschließend durch kleine Bohrlöcher in den Hohlraum eingebracht. Dort härtet der Schaum aus und füllt den Zwischenraum aus.

Das bekannteste Produkt dieser Materialklasse ist der Cavipor Tonschaum von BASF. Er besteht zu rund 90 Prozent aus anorganischen Bestandteilen und zu rund 10 Prozent aus einem organischen Binder. Weil der Schaum sich fugenlos an die Begrenzungen legt, eignet er sich für geschlossene Hohlräume, die ohne Öffnen der Bauteile gedämmt werden sollen.

Wärmeschutz, Feuchte und Brandverhalten

Die Wärmeleitfähigkeit von Cavipor Tonschaum wird vom Hersteller mit einem Nennwert von etwa 0,034 W/(m·K) nach DIN EN 12667 angegeben, was der förderfähigen Wärmeleitgruppe 035 entspricht. Für die tatsächliche Dämmwirkung ist neben dem Material die nutzbare Dicke der Hohlschicht entscheidend.

Eine Besonderheit des Materials ist die Kombination aus hydrophob und diffusionsoffen: Der Schaum weist flüssiges Wasser ab und nimmt es nicht auf, bleibt durch seine offenporige Struktur aber dampfdurchlässig. Diese Wasserabweisung ist die Voraussetzung dafür, dass das Material in der bewitterten Hohlschicht eingesetzt werden darf.

Wegen des hohen mineralischen Anteils ist der ausgehärtete Schaum nicht brennbar und wird nach DIN EN 13501-1 in die Baustoffklasse A2-s1,d0 eingestuft, und das nach Herstellerangabe ohne zusätzliche Flammschutzmittel. Maßgeblich ist immer die jeweilige Produktzulassung.

Typische Einsatzbereiche

Der Schwerpunkt von tonbasiertem Dämmschaum liegt auf der Kerndämmung des zweischaligen Mauerwerks. Anders als die meisten Einblasdämmstoffe ist Cavipor Tonschaum für die bewitterte Hohlschicht der Außenwand bauaufsichtlich zugelassen, weil er hydrophob ist und Wasser abweist. Das Material wurde ausdrücklich für die Befüllung der Luftschicht im zweischaligen Mauerwerk entwickelt.

Über das Mauerwerk hinaus wurde das Anwendungsspektrum erweitert. Nach Herstellerangabe ist Cavipor Tonschaum inzwischen auch für die Dämmung von Geschossdecken sowie als Zwischensparrenfüllung im Dachbereich zugelassen. Ob im konkreten Fall ein Dämmschaum oder ein anderer Hohlraum-Dämmstoff sinnvoller ist, hängt vom Bauteil, von der Hohlschichtbreite, von der Feuchtesituation und vom Brandschutz ab. Diese Einordnung gehört vor das Angebot, nicht danach.

Ökologie und Entsorgung

Tonbasierter Dämmschaum wird aus überwiegend mineralischen, wasserbasierten Komponenten hergestellt; auf organische Lösemittel und Treibgase wird nach Herstellerangabe verzichtet. Cavipor Tonschaum ist nach GEV-EMICODE als sehr emissionsarmes Bauprodukt EC1 PLUS eingestuft, eine Umweltproduktdeklaration nach ISO 14025 und EN 15804 liegt vor.

Der ausgehärtete Schaum lässt sich nach Herstellerangabe entnehmen und als Füllmaterial wiederverwenden. Die konkreten Entsorgungs- und Verwertungswege richten sich nach dem Zustand des Materials und den Vorgaben des Entsorgers.

Vor- und Nachteile

Vorteile

  • hydrophob und zugleich diffusionsoffen, weist flüssiges Wasser ab
  • nicht brennbar (A2-s1,d0), ohne zusätzliche Flammschutzmittel
  • fugenlose, hohlraumfüllende Dämmung ohne Plattenstöße
  • bauaufsichtlich für die Kerndämmung des zweischaligen Mauerwerks zugelassen
  • überwiegend mineralisch, sehr emissionsarm (EC1 PLUS)

Grenzen

  • nur maschineller Einbau durch eingewiesenen Fachbetrieb sinnvoll
  • Markt noch auf wenige Systeme und Produkte begrenzt
  • Kostenniveau im mittleren bis oberen Bereich
  • Eignung und Hohlschichtbreite müssen vorab am Bauteil geprüft werden

Häufige Fragen

Eignet sich tonbasierter Dämmschaum für die Kerndämmung der Außenwand?

Ja. Cavipor Tonschaum ist hydrophob und für die bewitterte Hohlschicht des zweischaligen Mauerwerks bauaufsichtlich zugelassen (ETA-19/0240 sowie allgemeine bauaufsichtliche Zulassung Z-23.12-2096 des DIBt). Damit gehört er zu den wenigen Schaum-Dämmstoffen, die in der Außenwand-Hohlschicht eingesetzt werden dürfen.

Ist tonbasierter Dämmschaum brennbar?

Nein. Wegen des hohen mineralischen Anteils ist der ausgehärtete Schaum nicht brennbar und wird nach DIN EN 13501-1 in die Baustoffklasse A2-s1,d0 eingestuft, nach Herstellerangabe ohne zusätzliche Flammschutzmittel. Maßgeblich bleibt die jeweilige Produktzulassung.

Wie wird der Schaum eingebracht?

Mehrere wässrige Komponenten werden vor Ort mit Luft aufgeschäumt und durch kleine Bohrlöcher in den Hohlraum eingebracht. Dort dehnt sich der Schaum aus, füllt den Zwischenraum fugenlos und härtet aus.

Verträgt tonbasierter Dämmschaum Feuchte?

Das Material ist hydrophob und nimmt kein flüssiges Wasser auf, bleibt durch seine offenporige Struktur aber diffusionsoffen. Genau diese Kombination macht den Einsatz in der bewitterten Hohlschicht der Außenwand möglich.

Quellen

Allgemeine Materialkunde, Stand Juni 2026, ohne Gewähr. Dieser Beitrag ersetzt keine Energieberatung und keine Planung. Welcher Dämmstoff im konkreten Fall geeignet ist, entscheidet die Prüfung des Bauteils vor Ort.