Kennwerte im Überblick

Wärmeleitfähigkeit (Lambda) 0,035 bis 0,040 W/(m·K), je nach Produkt (λD ab 0,034 W/(m·K))
Wärmeleitstufe (WLS) 035 bis 040
Brandverhalten A1 (nicht brennbar) nach DIN EN 13501-1; Baustoffklasse A1 nach DIN 4102
Schmelzpunkt über 1.000 °C nach DIN 4102-17 (Schmelzpunkt der Fasern)
Rohdichte (Platte) ca. 30 bis 70 kg/m³, je nach Produkt und Anwendung
Dampfdiffusionswiderstand (Mu) ca. 1 nach DIN EN 12086 (sehr diffusionsoffen)
Wasseraufnahme hydrophobiert, wasserabweisend (geringe Wasseraufnahme WL(P) nach DIN EN 12087)
Lieferform feste Dämmplatten, teils als Putzträger- oder Verbundplatte für die Innendämmung
Rohstoff aus geschmolzenem Gestein (Mineralwolle) gesponnene Fasern, hydrophobiert
Zulassung werkmäßig hergestellte Mineralwolle nach DIN EN 13162, CE-Kennzeichnung; Innendämmsysteme mit ETA bzw. bauaufsichtlicher Zulassung
Kostenniveau mittlerer Bereich der mineralischen Innendämmstoffe (projektabhängig)

Was die Steinwolle-Innendämmplatte ist

Steinwolle entsteht aus geschmolzenem Gestein, das zu feinen Fasern gesponnen, hydrophobiert und zu festen Platten verarbeitet wird. Als Innendämmplatte wird das Material von innen auf die Außenwand aufgebracht, wenn eine Dämmung von außen nicht möglich ist, etwa bei einer zu erhaltenden Fassade oder in der Denkmalpflege.

Im Gegensatz zur losen Einblasdämmung ist die Innendämmplatte ein formstabiles, druckfestes Bauteil. Je nach System kommt sie als reine Dämmplatte, als Putzträgerplatte oder als Verbundplatte mit innerer Beplankung zum Einsatz. Sie ist immer Teil eines abgestimmten Innendämmsystems, nicht ein einzeln verlegtes Produkt.

Wärmeschutz, Brandverhalten und Feuchte

Die Wärmeleitfähigkeit liegt je nach Produkt bei etwa 0,035 bis 0,040 W/(m·K), einzelne Platten erreichen einen Nennwert ab 0,034 W/(m·K). Damit liegt Steinwolle im üblichen Bereich der gängigen mineralischen Dämmplatten.

Der wichtigste Vorzug ist das Brandverhalten: Steinwolle ist als nicht brennbar nach Euroklasse A1 (DIN EN 13501-1) eingestuft, der Schmelzpunkt der Fasern liegt über 1.000 °C nach DIN 4102-17. Das Material ist außerdem stark diffusionsoffen (Mu-Wert um 1) und dämpft zusätzlich den Schall.

Steinwolle ist hydrophobiert, nimmt also nur wenig Wasser auf. In der Innendämmung ist die Feuchteführung des Gesamtaufbaus trotzdem entscheidend: Ohne die richtige bauphysikalische Planung kann sich an der Grenzfläche zwischen Dämmung und kalter Außenwand Tauwasser bilden. Diese Einordnung gehört vor die Ausführung.

Typische Einsatzbereiche

Die Steinwolle-Innendämmplatte wird für die innenseitige Dämmung von Außenwänden eingesetzt, wenn von außen nicht gedämmt werden kann oder soll. Wegen der Nichtbrennbarkeit ist sie überall dort interessant, wo der Brandschutz im Vordergrund steht. Daneben dient Steinwolle als Platte in Ständerwänden, Trennwänden und Vorsatzschalen, wo sie Wärme und Schall dämmt.

Für die Kerndämmung der bewitterten zweischaligen Außenwand ist die Innendämmplatte dagegen nicht gedacht. In die geschlossene Hohlschicht werden lose, dauerhaft wasserabweisende Dämmstoffe nach DIN 4108-10 eingeblasen, keine Platten. Ob eine Innendämmung mit Steinwolle die richtige Lösung ist oder ein anderer Aufbau besser passt, hängt von der Wand, von der Feuchtesituation und vom Brandschutz ab. Diese Einordnung gehört vor das Angebot, nicht danach.

Ökologie und Entsorgung

Steinwolle wird aus reichlich vorhandenem Gestein hergestellt. Die Herstellung ist energieintensiv, weil das Gestein geschmolzen werden muss, das Material ist dafür langlebig, formstabil und alterungsbeständig.

Ausgebaute Mineralwolle gilt als künstliche Mineralfaser und wird nach den jeweils geltenden Vorgaben entsorgt. Die konkreten Wege und die Verpackung richten sich nach den Vorgaben des Entsorgers.

Vor- und Nachteile

Vorteile

  • nicht brennbar (Euroklasse A1), Schmelzpunkt über 1.000 °C
  • stark diffusionsoffen (Mu um 1)
  • dämmt zusätzlich den Schall
  • formstabile, druckfeste Platte, als System für die Innendämmung
  • hydrophobiert, geringe Wasseraufnahme

Grenzen

  • Innendämmung verkleinert den Raum und braucht bauphysikalische Planung
  • Tauwasserrisiko an der Grenzfläche bei fehlerhaftem Aufbau
  • energieintensive Herstellung (Gestein wird geschmolzen)
  • nicht für die Kerndämmung der bewitterten Hohlschicht (keine Einblasplatte)

Häufige Fragen

Ist Steinwolle brennbar?

Nein. Steinwolle ist als nicht brennbar nach Euroklasse A1 (DIN EN 13501-1) eingestuft, der Schmelzpunkt der Fasern liegt über 1.000 °C nach DIN 4102-17. Das ist der wichtigste Vorzug der Steinwolle-Innendämmplatte gegenüber brennbaren Dämmstoffen.

Ist eine Innendämmung mit Steinwolle bauphysikalisch unproblematisch?

Nicht automatisch. Steinwolle ist diffusionsoffen, an der Grenzfläche zwischen Dämmung und kalter Außenwand kann sich aber Tauwasser bilden, wenn der Aufbau nicht richtig geplant ist. Eine Innendämmung gehört deshalb berechnet und als System ausgeführt, nicht improvisiert.

Eignet sich die Steinwolle-Innendämmplatte für die Kerndämmung der Außenwand?

Nein. In die geschlossene Hohlschicht eines zweischaligen Mauerwerks werden lose, dauerhaft wasserabweisende Dämmstoffe nach DIN 4108-10 eingeblasen, keine Platten. Die Innendämmplatte ist für die innenseitige Dämmung von Außen- und Trennwänden gedacht.

Dämmt Steinwolle auch gegen Schall?

Ja. Steinwolle hat neben der Wärmedämmung eine schalldämmende Wirkung und wird auch in Ständer- und Trennwänden zur Verbesserung des Schallschutzes eingesetzt.

Quellen

Allgemeine Materialkunde, Stand Juni 2026, ohne Gewähr. Dieser Beitrag ersetzt keine Energieberatung und keine Planung. Welcher Dämmstoff im konkreten Fall geeignet ist, entscheidet die Prüfung des Bauteils vor Ort.