Kennwerte im Überblick

Wärmeleitfähigkeit (Lambda) 0,036 bis 0,052 W/(m·K), je nach Plattentyp und Druckklasse
Wärmeleitstufe (WLS) 036 bis 052 (Bemessungswert je nach Produkt 0,037 bis 0,054)
Brandverhalten A1 nach DIN EN 13501-1 (nicht brennbar); Kernmaterial A1 auch nach DIN 4102 (Beschichtungsvarianten können abweichen)
Rohdichte ca. 100 bis 165 kg/m³, je nach Typ (FOAMGLAS T4+ 115 kg/m³, GLAPOR PG 900.3 130 kg/m³)
Dampfdiffusionswiderstand (Mu) µ = ∞ (dampfdicht), Rechenwert bis ca. 40.000
Druckfestigkeit ca. 500 bis 1.600 kPa nach EN 826, je nach Typ (sehr hoch, lastabtragend)
Wasseraufnahme praktisch keine, geschlossene Zellen, wasser- und dampfdicht
Lieferform starre Platten zum Verkleben (z.B. in Heißbitumen), in mehreren Dicken
Rohstoff aufgeschäumtes Recyclingglas mit mineralischen Zuschlägen (Sand, Dolomit, Kalk)
Zulassung DIN EN 13167, ETA (z.B. ETA-17/0903, ETA-20/0220), allgemeine bauaufsichtliche Zulassung
Kostenniveau oberer Bereich der Plattendämmstoffe, ca. 30 bis 60 EUR/m² Material (projektabhängig)

Was Schaumglasplatten sind

Schaumglasplatten bestehen aus aufgeschäumtem Glas, das überwiegend aus Recyclingglas und mineralischen Rohstoffen wie Sand, Dolomit und Kalk hergestellt wird. Beim Schäumen entsteht eine Struktur aus vielen geschlossenen, mit Gas gefüllten Zellen. Das Ergebnis ist eine starre, formstabile Platte, die ohne Bindemittel oder Flammschutzmittel auskommt.

Anders als weiche Matten oder lose Einblasstoffe wird Schaumglas als feste Platte verlegt und in der Regel vollflächig verklebt, etwa in Heißbitumen, sodass alle Fugen geschlossen sind. Die geschlossene Zellstruktur macht das Material zugleich wasser- und dampfdicht.

Wärmeschutz, Druck, Feuchte und Brandverhalten

Die Wärmeleitfähigkeit liegt je nach Plattentyp und Druckklasse etwa zwischen 0,036 und 0,052 W/(m·K). Tendenziell gilt: je höher die Druckfestigkeit eines Typs, desto höher auch der Lambda-Wert. Maßgeblich für die Auswahl sind immer der Bemessungswert und die geforderte Druckbelastbarkeit des konkreten Produkts.

Schaumglas ist hoch druckfest. Übliche Plattentypen erreichen nach EN 826 Druckfestigkeiten von etwa 500 bis über 1.600 kPa und können dauerhaft unter Lasten eingebaut werden, etwa unter Bodenplatten. Das hebt das Material klar von den meisten anderen Dämmstoffen ab.

Durch die geschlossenen Zellen nimmt intaktes Schaumglas praktisch kein Wasser auf und ist dampfdicht (µ = ∞). Anders als diffusionsoffene Dämmstoffe puffert es keine Feuchte, sondern sperrt sie. Genau das ist im erdberührten Bereich und unter Abdichtungen erwünscht.

Schaumglas ist nicht brennbar und nach DIN EN 13501-1 in die Euroklasse A1 eingestuft, das Kernmaterial ist auch nach DIN 4102 nicht brennbar. Bei werkseitig beschichteten oder kaschierten Plattenvarianten kann die Klassifizierung der Gesamtplatte abweichen, hier ist die jeweilige Produktzulassung maßgeblich.

Typische Einsatzbereiche

Schaumglas wird vor allem dort eingesetzt, wo Wärmedämmung und Lastaufnahme zusammen gefordert sind und wo dauerhaft Wasser- und Dampfdichtheit gebraucht wird: als lastabtragende Dämmung unter Bodenplatten und Fundamenten, als Perimeterdämmung gegen Erdreich sowie auf belasteten Flachdächern. Auch als Innendämmung an Wand, Boden und Decke ist es zugelassen.

Für das zweischalige Mauerwerk ist Schaumglas grundsätzlich zugelassen: DIN 4108-10 führt für Schaumglas den Anwendungstyp WZ (Kerndämmung) als genormte Anwendung, und es gibt dafür eigene Kerndämmplatten, die im Neubau verklebt oder verankert und von der Vormauerschale umbaut werden. In der Praxis ist das wegen der hohen Kosten aber eine Nische, gängiger sind hier Mineralwolle-Platten oder Einblasdämmung. In eine bereits geschlossene Hohlschicht im Bestand lässt sich ohnehin keine Platte mehr einbringen, dort kommen nur lose, wasserabweisende Einblasstoffe infrage. Ihre eigentlichen Stärken spielt die Schaumglasplatte erdberührt, lastabtragend und unter Abdichtungen aus. Welcher Aufbau im konkreten Fall sinnvoller ist, hängt von Last, Feuchtesituation und Abdichtung ab. Diese Einordnung gehört vor das Angebot, nicht danach.

Ökologie und Entsorgung

Schaumglas wird zu einem großen Teil aus Recyclingglas hergestellt und enthält keine Treibgase, Flammschutz- oder Bindemittel. Die Herstellung ist allerdings energieintensiv, weil das Glas aufgeschmolzen und geschäumt wird. In der Gesamtbewertung steht dem höheren Herstellungsaufwand eine sehr lange, schadensarme Nutzungsdauer gegenüber.

Eingebautes Schaumglas wird nach den örtlichen Vorgaben entsorgt, sortenrein gilt es als mineralischer Bauabfall. Die konkreten Wege richten sich nach Verklebung, Verschmutzung und den Vorgaben des Entsorgers.

Vor- und Nachteile

Vorteile

  • hoch druckfest, lastabtragend unter Bodenplatten und auf Flachdächern einsetzbar
  • wasser- und dampfdicht durch geschlossene Zellen, keine nennenswerte Wasseraufnahme
  • nicht brennbar (Euroklasse A1)
  • form- und maßbeständig, schädlings- und fäulnissicher, sehr langlebig
  • überwiegend aus Recyclingglas, ohne Treib-, Flamm- oder Bindemittel

Grenzen

  • höheres Kostenniveau als gängige Plattendämmstoffe
  • energieintensive Herstellung
  • starr und sprödbruchempfindlich, fachgerechte Verlegung und Verklebung nötig
  • in der Kerndämmung nur im Neubau und dort kostenbedingt eine Nische; in die geschlossene Bestands-Hohlschicht nicht einbringbar
  • dampfdicht, daher kein Feuchtepuffer und nur in dafür geeigneten Aufbauten sinnvoll

Häufige Fragen

Nimmt Schaumglas Wasser auf?

Praktisch nicht. Durch die geschlossene Zellstruktur ist intaktes Schaumglas wasser- und dampfdicht. Genau deshalb wird es im erdberührten Bereich und unter Abdichtungen eingesetzt, wo Feuchte dauerhaft ein Thema ist.

Ist Schaumglas brennbar?

Nein. Schaumglas ist nach DIN EN 13501-1 als nicht brennbar (Euroklasse A1) eingestuft, das Kernmaterial ist auch nach DIN 4102 nicht brennbar. Bei beschichteten Plattenvarianten kann die Klassifizierung der Gesamtplatte abweichen, hier zählt die Produktzulassung.

Eignet sich Schaumglas für die Kerndämmung der Außenwand?

Im Neubau grundsätzlich ja: Für Schaumglas führt DIN 4108-10 den Anwendungstyp WZ (Kerndämmung), es gibt dafür eigene Kerndämmplatten, die verklebt oder verankert und von der Vormauerschale umbaut werden. Wegen der hohen Kosten ist das gegenüber Mineralwolle oder Einblasdämmung aber eine Nische. In eine bereits geschlossene Hohlschicht im Bestand lässt sich keine Platte mehr einbringen, dort wird mit losen, wasserabweisenden Stoffen eingeblasen. Ihre eigentlichen Stärken hat die Schaumglasplatte erdberührt, lastabtragend und unter Abdichtungen.

Warum ist Schaumglas so druckfest?

Die starre Glasstruktur trägt hohe Lasten ab. Übliche Typen erreichen nach EN 826 Druckfestigkeiten von etwa 500 bis über 1.600 kPa und lassen sich dauerhaft unter Bodenplatten oder belasteten Flachdächern einbauen.

Quellen

Allgemeine Materialkunde, Stand Juni 2026, ohne Gewähr. Dieser Beitrag ersetzt keine Energieberatung und keine Planung. Welcher Dämmstoff im konkreten Fall geeignet ist, entscheidet die Prüfung des Bauteils vor Ort.