Kennwerte im Überblick

Wärmeleitfähigkeit (Lambda) 0,038 bis 0,048 W/(m·K), je nach Plattentyp (Nennwert)
Wärmeleitstufe (WLS) 038 bis 050, je nach Produkt und Bemessungswert
Brandverhalten B2 nach DIN 4102 (normal entflammbar); Klasse E nach DIN EN 13501-1, im verputzten WDVS-Verbund je nach System bis B-s1,d0
Rohdichte ca. 110 bis 265 kg/m³, je nach Plattentyp
Dampfdiffusionswiderstand (Mu) 3 bis 5 (diffusionsoffen)
Druckfestigkeit ca. 50 bis 150 kPa, je nach Typ und Anwendung
Spezifische Wärmekapazität ca. 2.100 J/(kg·K), hoch, gut für den sommerlichen Hitzeschutz
Lieferform feste Platten, im Nass- oder Trockenverfahren hergestellt, stumpf oder mit Nut und Feder
Rohstoff Holzfasern aus Rest- und Schwachholz, gebunden mit holzeigenem Lignin oder Zusätzen, teils hydrophobiert
Zulassung DIN EN 13171, CE-Kennzeichnung; produktspezifische Zulassungen (ETA bzw. allgemeine bauaufsichtliche Zulassung)
Kostenniveau mittlerer bis oberer Bereich der gängigen Dämmplatten (projektabhängig)

Was Holzweichfaserplatten sind

Holzweichfaserplatten bestehen aus zerfaserten Holzresten, die zu festen Platten verpresst werden. Im Nassverfahren bindet das holzeigene Lignin die Fasern, im Trockenverfahren kommen zusätzliche Bindemittel zum Einsatz. Beide Wege ergeben einen formstabilen, schneidbaren Plattenwerkstoff nach DIN EN 13171.

Anders als lose Einblasdämmstoffe werden Holzweichfaserplatten als feste Schicht auf das Bauteil aufgebracht: geklebt und gedübelt im Wärmedämm-Verbundsystem, als Dämmlage über den Sparren oder von innen vor die Wand. Die Platten gibt es in unterschiedlichen Dichten, von leichteren Dämmplatten bis zu festen, putztragenden Fassadenplatten.

Wärmeschutz, Feuchte und Brandverhalten

Die Wärmeleitfähigkeit liegt je nach Plattentyp bei etwa 0,038 bis 0,048 W/(m·K) (Nennwert). Leichtere Dämmplatten erreichen die niedrigeren Werte, feste putztragende Fassadenplatten liegen darüber. Für die Dämmwirkung zählt neben dem Material vor allem die eingebaute Schichtdicke.

Holzweichfaser ist diffusionsoffen (Mu-Wert 3 bis 5) und kann Feuchte zwischenspeichern und wieder abgeben. Zusammen mit der hohen Wärmespeicherkapazität von rund 2.100 J/(kg·K) sorgt das für einen guten sommerlichen Hitzeschutz. In dauerhaft feuchten, erdberührten oder direkt bewitterten Bereichen ist das Material dagegen nicht geeignet.

Der Grundstoff Holz ist brennbar. Holzweichfaserplatten werden nach DIN 4102 als normal entflammbar (B2) eingestuft, nach DIN EN 13501-1 als Klasse E. Im fertig verputzten Wärmedämm-Verbundsystem erreicht der geprüfte Systemaufbau je nach Hersteller bessere Klassen bis B-s1,d0. Maßgeblich ist immer die jeweilige System- und Produktzulassung.

Typische Einsatzbereiche

Holzweichfaserplatten gehören auf das Bauteil, nicht in die Hohlschicht. Typische Einsätze sind das Wärmedämm-Verbundsystem auf der Außenwand, die Aufsparrendämmung über dem Dach und die Innendämmung von innen vor die Wand. In all diesen Aufbauten ist die Platte vor direkter Bewitterung geschützt, durch Putz, Dacheindeckung oder eine raumseitige Bekleidung.

Für die Kerndämmung der bewitterten zweischaligen Außenwand sind Holzweichfaserplatten nicht geeignet und dort nicht bauaufsichtlich zugelassen. Sie sind feuchteempfindlich, und in die schmale Hohlschicht lässt sich eine Platte ohnehin nicht einbringen. In der Hohlschicht kommen nur dauerhaft wasserabweisende Dämmstoffe nach DIN 4108-10 infrage. Welcher Plattentyp und welche Dicke beim WDVS, auf dem Dach oder innen sinnvoll ist, hängt vom Bauteil, von der Feuchtesituation und vom Brandschutz ab. Diese Einordnung gehört vor das Angebot, nicht danach.

Ökologie und Entsorgung

Holzweichfaserplatten werden aus Rest- und Schwachholz hergestellt, das in Sägewerken anfällt. Der nachwachsende Rohstoff bindet während des Wachstums Kohlenstoff, was sich in der ökologischen Gesamtbewertung günstig auswirkt. Viele Produkte tragen Nachhaltigkeitssiegel und sind für entsprechende Förderwege geeignet.

Verschnitt und ausgebaute Platten werden in der Regel als Altholz entsorgt. Die konkrete Altholzkategorie und der Entsorgungsweg richten sich nach Produkt, Bindemittel und örtlicher Regelung. Die Vorgaben des Herstellers und des Entsorgers sind maßgeblich.

Vor- und Nachteile

Vorteile

  • diffusionsoffen, kann Feuchte puffern
  • sehr hohe Wärmespeicherkapazität, guter sommerlicher Hitzeschutz
  • feste, schneidbare Platten, gut für WDVS, Dach und Innendämmung
  • nachwachsender Rohstoff aus Rest- und Schwachholz
  • putztragende Typen erlauben ein vollständiges Dämmsystem

Grenzen

  • höheres Gewicht als leichte Faserdämmstoffe
  • feuchteempfindlich, nicht für bewitterte oder erdberührte Bauteile
  • nicht für die Kerndämmung der zweischaligen Außenwand geeignet
  • Grundstoff brennbar, Brandverhalten produkt- und systemabhängig
  • im mittleren bis oberen Preisbereich der Dämmplatten

Häufige Fragen

Eignen sich Holzweichfaserplatten für die Kerndämmung der Außenwand?

Nein. In der bewitterten Hohlschicht eines zweischaligen Mauerwerks sind Holzweichfaserplatten nicht zugelassen, weil sie feuchteempfindlich sind, und sie lassen sich dort baulich nicht einbringen. Dort kommen nur dauerhaft wasserabweisende Dämmstoffe nach DIN 4108-10 zum Einsatz. Holzweichfaser gehört auf das Bauteil, also ins WDVS, aufs Dach oder als Innendämmung.

Sind Holzweichfaserplatten brennbar?

Der Grundstoff Holz ist brennbar. Die Platten werden nach DIN 4102 als normal entflammbar (B2) eingestuft, nach DIN EN 13501-1 als Klasse E. Im fertig verputzten Wärmedämm-Verbundsystem erreicht der geprüfte Systemaufbau je nach Hersteller bessere Klassen. Maßgeblich ist die jeweilige System- und Produktzulassung.

Schützen Holzweichfaserplatten vor sommerlicher Hitze?

Ja, das ist eine ihrer Stärken. Durch die hohe Rohdichte und die Wärmespeicherkapazität von rund 2.100 J/(kg·K) verzögern sie das Aufheizen der Bauteile spürbar. Gerade in Dachräumen ist das ein deutlicher Vorteil.

Vertragen Holzweichfaserplatten Feuchte?

Die Platten sind diffusionsoffen und können Feuchte zwischenspeichern und wieder abgeben. Für dauerhaft nasse, erdberührte oder direkt bewitterte Bauteile sind sie aber nicht geeignet. Im WDVS schützt der Putz die Platte, auf dem Dach die Eindeckung.

Quellen

Allgemeine Materialkunde, Stand Juni 2026, ohne Gewähr. Dieser Beitrag ersetzt keine Energieberatung und keine Planung. Welcher Dämmstoff im konkreten Fall geeignet ist, entscheidet die Prüfung des Bauteils vor Ort.