Kennwerte im Überblick
| Wärmeleitfähigkeit (Lambda) | 0,032 bis 0,040 W/(m·K), Fassadenplatten meist 0,032 bis 0,035 W/(m·K) |
|---|---|
| Wärmeleitstufe (WLS) | 032 bis 040, Fassadenplatten meist 032 bis 035 |
| Brandverhalten | nicht brennbar, Baustoffklasse A1 nach DIN 4102 bzw. A1 nach DIN EN 13501-1 |
| Rohdichte | ca. 10 bis 70 kg/m³, druckfeste Fassadenplatten im oberen Bereich |
| Dampfdiffusionswiderstand (Mu) | 1 bis 2 (sehr diffusionsoffen) |
| Wasseraufnahme | wasserabweisend (hydrophobiert), keine kapillare Wasseraufnahme |
| Lieferform | formstabile Platten, daneben auch als Filz, Matte oder Rolle erhältlich |
| Rohstoff | Glasfasern aus Altglas, Sand, Soda und Kalk, mit Bindemittel verfestigt |
| Zulassung | geregelte Bauprodukte nach DIN EN 13162, CE-Kennzeichnung, je nach System mit allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung bzw. ETA |
| Kostenniveau | mittlerer Bereich der Fassadendämmplatten (projektabhängig) |
Was Glaswolleplatten sind
Glaswolleplatten bestehen aus feinen Glasfasern, die aus Altglas, Sand, Soda und Kalk geschmolzen, zerfasert und mit einem Bindemittel zu formstabilen Platten verfestigt werden. Anders als die weichen Rollen und Matten aus demselben Grundstoff sind diese Platten so verdichtet, dass sie Druck aufnehmen und ihre Form behalten.
Dadurch eignen sie sich für Bauteile, in denen die Dämmung eine gewisse Festigkeit braucht, etwa unter dem Putz eines Wärmedämmverbundsystems oder hinter der Bekleidung einer vorgehängten Fassade. Sie werden als zugeschnittene Platte verlegt, nicht eingeblasen.
Wärmeschutz, Feuchte und Brandverhalten
Die Wärmeleitfähigkeit von Glaswolle liegt je nach Produkt etwa zwischen 0,032 und 0,040 W/(m·K). Fassadendämmplatten liegen meist im günstigen Bereich um 0,032 bis 0,035 W/(m·K), erreichen die Dämmwirkung also schon bei vergleichsweise geringer Dicke.
Glaswolle ist stark diffusionsoffen (Mu-Wert 1 bis 2), lässt Wasserdampf also nahezu ungehindert durch. Die Fasern selbst sind hydrophobiert und nehmen kein Wasser kapillar auf, sodass die Platten wasserabweisend sind. Trotzdem gehören Mineralfaserplatten in geschützte oder belüftete Aufbauten und nicht in dauerhaft nasse, erdberührte Bereiche.
Glaswolle ist nicht brennbar und wird als Baustoffklasse A1 nach DIN 4102 sowie A1 nach DIN EN 13501-1 eingestuft. Das ist der höchste Brandschutzrang und ein wesentlicher Grund, warum Mineralfaserplatten im Fassadenbau verbreitet sind.
Typische Einsatzbereiche
Glaswolleplatten kommen vor allem an der Außenwand zum Einsatz: als Dämmplatte im Wärmedämmverbundsystem unter dem Putz und als Dämmebene in der vorgehängten hinterlüfteten Fassade hinter der äußeren Bekleidung. In beiden Fällen ist die nicht brennbare A1-Einstufung ein zentraler Vorteil.
Für das zweischalige Mauerwerk gibt es eigene Glaswolle-Kerndämmplatten. Im Neubau sind sie ein Standardprodukt: dauerhaft wasserabweisend hydrophobierte, nach DIN 4108-10 (Anwendungstyp WZ) geprüfte Platten werden vor dem Aufmauern der Klinkerschale gegen die Hintermauerschale gesetzt und über die Drahtanker gehalten. Für die nachträgliche Kerndämmung einer bereits geschlossenen Hohlschicht eignet sich dagegen keine Platte mehr, dort wird ein loser Dämmstoff durch kleine Bohrlöcher eingeblasen, ohne die Wand zu öffnen. Ob im konkreten Fall ein Wärmedämmverbundsystem, eine hinterlüftete Fassade, eine Kerndämmung oder ein anderer Weg sinnvoll ist, hängt von der Wand, vom Brandschutz und vom Feuchteschutz ab. Diese Einordnung gehört vor das Angebot, nicht danach.
Ökologie und Entsorgung
Glaswolle enthält einen hohen Anteil recycelten Altglases, der Energieaufwand für das Schmelzen der Fasern ist jedoch nennenswert. In der ökologischen Gesamtbewertung liegt das Material im mittleren Bereich der gängigen Dämmstoffe.
Ausgebaute Mineralfaserabfälle werden gesondert gesammelt und nach den örtlichen Vorgaben entsorgt. Die konkreten Wege richten sich nach den Vorgaben des Entsorgers.
Vor- und Nachteile
Vorteile
- nicht brennbar, Baustoffklasse A1, hoher Brandschutz
- stark diffusionsoffen (Mu 1 bis 2)
- wasserabweisend, nimmt kein Wasser kapillar auf
- formstabile, druckfeste Platten für Putz- und Fassadensysteme
- gute Dämmwirkung schon bei geringer Dicke (WLS 032 bis 035)
Grenzen
- in eine bereits geschlossene Bestands-Hohlschicht nicht einbringbar (dort Einblasdämmung)
- Faserstaub beim Zuschnitt, Schutzausrüstung nötig
- höherer Herstellungsenergiebedarf als nachwachsende Dämmstoffe
- geringe Wärmespeicherkapazität, weniger sommerlicher Hitzeschutz als schwere Dämmstoffe
Häufige Fragen
Ist Glaswolle brennbar?
Nein. Glaswolle ist nicht brennbar und wird als Baustoffklasse A1 nach DIN 4102 sowie A1 nach DIN EN 13501-1 eingestuft. Das ist der höchste Brandschutzrang. Maßgeblich ist immer die jeweilige Produktzulassung.
Worin unterscheiden sich Glaswolleplatten von Glaswollematten?
Beide bestehen aus demselben Grundstoff. Platten sind stärker verdichtet, formstabil und druckfest und kommen unter Putz oder hinter Fassadenbekleidung zum Einsatz. Weiche Matten und Rollen werden klemmend in Hohlräume gelegt, etwa zwischen Sparren.
Eignen sich Glaswolleplatten für die Kerndämmung der Außenwand?
Das hängt von der Bauphase ab. Im Neubau ja: Für das zweischalige Mauerwerk gibt es eigene Glaswolle-Kerndämmplatten (Anwendungstyp WZ nach DIN 4108-10, hydrophobiert, nicht brennbar A1), die vor dem Aufmauern der Klinkerschale gegen die Hintermauerschale gesetzt werden. In eine bereits geschlossene Hohlschicht im Bestand lässt sich keine feste Platte mehr einbringen, dort wird ein loser Dämmstoff durch Bohrlöcher eingeblasen. An der Fassade gehören Glaswolleplatten zudem ins Wärmedämmverbundsystem oder in die vorgehängte hinterlüftete Fassade.
Nimmt Glaswolle Feuchte auf?
Glaswolle ist diffusionsoffen (Mu 1 bis 2) und im Faserkörper hydrophobiert, nimmt also kein Wasser kapillar auf. Sie gehört trotzdem in geschützte oder belüftete Aufbauten und nicht in dauerhaft nasse, erdberührte Bereiche.
Quellen
- BauNetz Wissen, Glaswolle (Dämmstoffe)
- Der Dämmstoff (FMI Fachverband Mineralwolleindustrie), Glaswolle, Wärmeleitfähigkeit und Rohdichte
- Sto-Glaswolleplatte 032 VHF, Produktinformation (Brandklasse A1 nach EN 13501-1, WLS 032, hinterlüftete Fassade)
- BauNetz Wissen, Mineralwolle (Dampfdiffusionswiderstand Mu 1 bis 2, Baustoffklasse A1/A2 nach DIN 4102)
Allgemeine Materialkunde, Stand Juni 2026, ohne Gewähr. Dieser Beitrag ersetzt keine Energieberatung und keine Planung. Welcher Dämmstoff im konkreten Fall geeignet ist, entscheidet die Prüfung des Bauteils vor Ort.