Kennwerte im Überblick

Wärmeleitfähigkeit (Lambda) 0,032 bis 0,040 W/(m·K), je nach Produkt
Wärmeleitstufe (WLS) 032 bis 040 (WLS bzw. WLG)
Brandverhalten Euroklasse A1 (nichtbrennbar) nach DIN EN 13501-1; Brandschutz im Bauteil bis F 30-B / F 90-B nach DIN 4102 je nach Aufbau
Rohdichte (eingebaut) ca. 12 bis 50 kg/m³, Matten und Filze im unteren Bereich
Dampfdiffusionswiderstand (Mu) ca. 1 (sehr diffusionsoffen)
Spezifische Wärmekapazität ca. 0,84 bis 1,03 kJ/(kg·K), je nach Produkt
Temperaturbeständigkeit Verwendung bis ca. 150 °C; Schmelzbereich der Glasfaser meist um 700 °C
Lieferform weiche Matten, Rollen und Klemmfilze, unkaschiert oder kaschiert, zum Klemmen in den Hohlraum
Rohstoff Glasbasierte Mineralfaser (überwiegend recyceltes Altglas), mit Bindemittel
Zulassung DIN EN 13162, RAL-Gütezeichen der Gütegemeinschaft Mineralwolle, ggf. abZ/abP
Kostenniveau unterer Bereich der gängigen Dämmstoffe (projektabhängig)

Was Glaswollematten sind

Glaswollematten bestehen aus glasbasierter Mineralfaser, die zu einem großen Teil aus recyceltem Altglas geschmolzen, zu feinen Fasern gesponnen und mit einem Bindemittel zu weichen, biegsamen Matten verarbeitet wird. Geliefert werden sie als Rolle, Matte oder als sogenannter Klemmfilz, der ohne weitere Befestigung allein durch Klemmwirkung im Hohlraum hält.

Anders als feste Platten passen sich die weichen Matten an Unebenheiten und Einbauten an und lassen sich auf das Sparren- oder Balkenfeld zuschneiden. Damit sind sie ein Klassiker für die nachträgliche Dämmung geschützter, von innen zugänglicher Hohlräume.

Wärmeschutz, Feuchte und Brandverhalten

Die Wärmeleitfähigkeit liegt je nach Produkt zwischen etwa 0,032 und 0,040 W/(m·K). Für die Dämmwirkung sind neben dem Lambda-Wert vor allem die eingebaute Schichtdicke und ein lückenloser, fugendichter Zuschnitt entscheidend, damit keine Wärmebrücken an den Rändern entstehen.

Glaswolle ist offenporig und stark diffusionsoffen (Mu-Wert um 1). Sie nimmt im trockenen Einbauzustand kaum Feuchte auf, ist aber nicht wasserabweisend und gehört deshalb in geschützte, nicht bewitterte Bauteile mit geregeltem Feuchteschutz, üblicherweise mit einer raumseitigen Dampfbremse.

Der Faserstoff ist nichtbrennbar und wird nach DIN EN 13501-1 in die Euroklasse A1 eingestuft. Im Bauteil sind je nach Aufbau Feuerwiderstände bis F 30-B oder F 90-B nach DIN 4102 erreichbar. Die Glasfaser beginnt allerdings bei deutlich niedrigerer Temperatur zu erweichen als Steinwolle, was bei besonderen Brandschutzanforderungen zu beachten ist.

Typische Einsatzbereiche

Glaswollematten werden vor allem in geschützten, von innen zugänglichen Hohlräumen eingesetzt: als Zwischensparrendämmung im Steildach, in Holzbalkendecken, in nicht tragenden Trennwänden und Vorsatzschalen im Ständerwerk sowie auf der nicht begehbaren obersten Geschossdecke. Dort liegt jeweils ein abgrenzbarer Hohlraum ohne direkte Schlagregenbelastung vor.

Für die nachträgliche Kerndämmung der zweischaligen Außenwand sind Matten dagegen nicht geeignet. In den geschlossenen Hohlraum zwischen Vormauer- und Hintermauerschale wird loser Dämmstoff eingeblasen, nicht in Mattenform eingebracht. Auch in dauerhaft feuchten, erdberührten oder bewitterten Bereichen kommt Glaswolle nicht infrage. Ob eine Matte oder ein anderer Dämmstoff sinnvoller ist, hängt vom Bauteil, von der Feuchtesituation und vom Brandschutz ab. Diese Einordnung gehört vor das Angebot, nicht danach.

Ökologie und Entsorgung

Glaswolle wird zu einem hohen Anteil aus recyceltem Altglas hergestellt, der Rohstoff ist mineralisch und reichlich verfügbar. Dem steht der Energieaufwand des Schmelz- und Faserprozesses gegenüber, sodass das Material in der ökologischen Gesamtbewertung im mittleren Bereich liegt.

Ausgebaute Mineralwolle wird je nach Alter und örtlicher Regelung gesondert gesammelt und entsorgt. Die konkreten Wege und Anforderungen richten sich nach den Vorgaben des Entsorgers.

Vor- und Nachteile

Vorteile

  • nichtbrennbar, Euroklasse A1 nach DIN EN 13501-1
  • flexibel und biegsam, passt sich an Einbauten und Unebenheiten an
  • leicht zuzuschneiden, Klemmfilz hält ohne zusätzliche Befestigung
  • stark diffusionsoffen (Mu um 1), geringes Gewicht
  • günstiges Preis-Leistungs-Verhältnis

Grenzen

  • nur für geschützte, nicht bewitterte Hohlräume, nicht wasserabweisend
  • nicht für die Kerndämmung der zweischaligen Außenwand (dort wird eingeblasen)
  • raumseitige Dampfbremse und sorgfältiger, fugendichter Einbau nötig
  • Glasfaser erweicht früher als Steinwolle, bei höheren Brandschutzanforderungen prüfen
  • geringe Eigensteifigkeit, nicht druckbelastbar

Häufige Fragen

Ist Glaswolle brennbar?

Nein. Glaswolle ist nichtbrennbar und wird nach DIN EN 13501-1 in die Euroklasse A1 eingestuft. Im Bauteil sind je nach Aufbau Feuerwiderstände bis F 30-B oder F 90-B nach DIN 4102 erreichbar. Die Glasfaser erweicht allerdings bei niedrigerer Temperatur als Steinwolle.

Eignen sich Glaswollematten für die Kerndämmung der Außenwand?

Nein. In den geschlossenen Hohlraum eines zweischaligen Mauerwerks wird loser Dämmstoff eingeblasen, keine Matte. Glaswollematten gehören in geschützte, von innen zugängliche Hohlräume wie das Sparrenfeld, die Holzbalkendecke oder das Ständerwerk.

Nimmt Glaswolle Feuchte auf?

Glaswolle ist diffusionsoffen und nimmt im trockenen Einbauzustand kaum Feuchte auf, ist aber nicht wasserabweisend. Sie gehört deshalb in geschützte, nicht bewitterte Bauteile, üblicherweise mit raumseitiger Dampfbremse, und nicht in feuchte oder erdberührte Bereiche.

Worin unterscheiden sich Glaswolle und Steinwolle?

Beide sind nichtbrennbare Mineralfaserdämmstoffe. Glaswolle ist meist leichter und biegsamer und etwas günstiger, Steinwolle ist schwerer und hitzebeständiger, weil ihre Faser erst bei deutlich höherer Temperatur erweicht. Welche Faser passt, hängt vom Bauteil und vom Brandschutz ab.

Quellen

Allgemeine Materialkunde, Stand Juni 2026, ohne Gewähr. Dieser Beitrag ersetzt keine Energieberatung und keine Planung. Welcher Dämmstoff im konkreten Fall geeignet ist, entscheidet die Prüfung des Bauteils vor Ort.