Kennwerte im Überblick

Wärmeleitfähigkeit (Lambda) 0,030 bis 0,040 W/(m·K), graues Grafit-EPS bis 0,030, weißes Standard-EPS um 0,035 bis 0,040
Wärmeleitstufe (WLS) 030 bis 040 (gängig 031/032 grau, 035 weiß)
Brandverhalten B1 nach DIN 4102 (schwer entflammbar); Euroklasse E nach DIN EN 13501-1
Rohdichte ca. 15 bis 30 kg/m³, je nach Anwendungstyp
Dampfdiffusionswiderstand (Mu) 20 bis 100, diffusionshemmend
Druckfestigkeit ca. 70 bis 200 kPa, Perimeter- und Bodenplatten ab 150 kPa
Wasseraufnahme gering, bei längerem Feuchtekontakt bis etwa 5 Vol.-%
Lieferform feste Platten, häufig 1000 x 500 mm, mit glatter Kante oder Stufenfalz
Rohstoff expandiertes Polystyrol aus Erdöl, grau zusätzlich mit Grafit
Zulassung DIN EN 13163, CE-Kennzeichnung, je nach Einsatz abZ/abG bzw. ETA
Kostenniveau unterer Bereich der Plattendämmstoffe (projektabhängig)

Was EPS-Platten sind

EPS steht für expandiertes Polystyrol, umgangssprachlich Styropor. Aus kleinen Polystyrol-Perlen entsteht durch Aufschäumen mit Wasserdampf ein leichter, geschlossenzelliger Hartschaum, der zu festen Platten verarbeitet wird. Etwa 98 Prozent des Volumens sind eingeschlossene Luft, die für die Dämmwirkung sorgt.

Neben dem klassischen weißen EPS gibt es graues Grafit-EPS. Eingelagerte Grafitpartikel reflektieren Wärmestrahlung und senken die Wärmeleitfähigkeit, sodass bei gleicher Dämmwirkung dünnere Platten möglich sind. EPS wird nicht eingeblasen, sondern als Platte verklebt und verdübelt.

Wärmeschutz, Feuchte und Brandverhalten

Die Wärmeleitfähigkeit liegt je nach Typ etwa zwischen 0,030 und 0,040 W/(m·K). Weißes Standard-EPS erreicht meist 0,035 bis 0,040, graues Grafit-EPS bis hinunter zu 0,030. Damit gehört EPS zu den wirtschaftlich dämmenden Plattenstoffen.

EPS ist diffusionshemmend (Mu-Wert 20 bis 100) und nimmt nur wenig Wasser auf, bei längerem Feuchtekontakt bis etwa 5 Volumenprozent. Der Stoff ist formstabil und druckfest, Perimeter- und Bodenplatten tragen Lasten ab 150 kPa. Frei bewittert oder dauerhaft UV-belastet darf EPS nicht bleiben, es gehört hinter Putz, Erdreich oder eine Bekleidung.

Polystyrol ist brennbar. Durch ein Flammschutzmittel wird EPS nach DIN 4102 als schwer entflammbar (B1) eingestuft, nach DIN EN 13501-1 erreicht es die Euroklasse E. Bei starker Hitze schmilzt und schrumpft das Material. Maßgeblich für den Brandschutz am Bauteil sind die Systemvorgaben des jeweiligen Dämmsystems.

Typische Einsatzbereiche

Das Haupteinsatzgebiet von EPS ist das Wärmedämmverbundsystem (WDVS) an der verputzten Fassade. Daneben wird EPS in der Perimeterdämmung erdberührter Kellerwände, unter Estrichen und als Bodendämmung eingesetzt. In all diesen Fällen liegt die Platte druckfest und geschützt im Aufbau.

Bei der zweischaligen Außenwand kommt es auf die Bauphase an. Im Neubau, solange die Vormauerschale noch hochgemauert wird, sind EPS-Kerndämmplatten ein übliches Mittel: nach DIN 4108-10 (Anwendungstyp WZ) geprüfte Platten mit umlaufendem Stufenfalz werden auf der Innenschale versetzt, bevor die Außenschale davorgemauert wird. In eine bereits geschlossene Hohlschicht im Bestand lässt sich dagegen keine Platte mehr einbringen, dort kommen lose, hydrophobe Schüttgüter oder Einblasperlen nach DIN 4108-10 zum Einsatz. An der verputzten Fassade gehört die EPS-Platte ins WDVS, an der erdberührten Wand in die Perimeterdämmung. Welcher Aufbau im Einzelfall sinnvoller ist, hängt von Bauteil, Brandschutz und Feuchtesituation ab. Diese Einordnung gehört vor das Angebot, nicht danach.

Ökologie und Entsorgung

EPS wird aus Erdöl hergestellt und ist damit kein nachwachsender Rohstoff. Der Energieaufwand in der Herstellung ist höher als bei Recycling-Stoffen, das geringe Gewicht und die schlanke Dämmstärke relativieren die Bilanz im Betrieb aber wieder.

Sauberes EPS lässt sich grundsätzlich recyceln. Altes Material mit bestimmten älteren Flammschutzmitteln (HBCD) unterliegt besonderen Entsorgungsregeln. Die konkreten Wege richten sich nach den Vorgaben des Entsorgers und der örtlichen Regelung.

Vor- und Nachteile

Vorteile

  • sehr leicht, einfach zuzuschneiden und zu verarbeiten
  • druckfest und formstabil, auch unter Last
  • geringe Wasseraufnahme, für WDVS und Perimeter geeignet
  • graues Grafit-EPS dämmt bei dünnerer Platte
  • günstigstes Niveau unter den Plattendämmstoffen

Grenzen

  • aus Erdöl, nicht nachwachsend
  • brennbar, schmilzt bei Hitze (Brandschutz über System)
  • diffusionshemmend, kaum Feuchtepufferung
  • nicht UV- und witterungsbeständig, muss bekleidet werden
  • in eine bereits geschlossene Bestands-Hohlschicht nicht einbringbar (dort Einblasdämmung)

Häufige Fragen

Ist EPS dasselbe wie Styropor?

Styropor ist ein Markenname für expandiertes Polystyrol. Im Dämmbereich meint man damit in der Regel EPS-Hartschaumplatten. Fachlich korrekt ist die Bezeichnung EPS.

Ist EPS brennbar?

Polystyrol ist brennbar. Durch ein Flammschutzmittel wird EPS nach DIN 4102 als schwer entflammbar (B1) eingestuft, nach DIN EN 13501-1 als Euroklasse E. Bei Hitze schmilzt das Material. Der Brandschutz am Bauteil ergibt sich aus den Vorgaben des jeweiligen Dämmsystems.

Was ist der Unterschied zwischen weißem und grauem EPS?

Graues EPS enthält Grafitpartikel, die Wärmestrahlung reflektieren und die Wärmeleitfähigkeit senken (bis etwa 0,030 W/(m·K)). Dadurch reicht bei gleicher Dämmwirkung eine dünnere Platte als bei weißem EPS.

Eignen sich EPS-Platten für die Kerndämmung der Außenwand?

Das hängt von der Bauphase ab. Im Neubau ja: Solange die Vormauerschale noch hochgemauert wird, werden EPS-Kerndämmplatten (Anwendungstyp WZ nach DIN 4108-10, mit Stufenfalz) auf der Innenschale versetzt, bevor die Außenschale davorgemauert wird. In eine bereits geschlossene Hohlschicht im Bestand lässt sich keine Platte mehr einbringen, dort werden lose, hydrophobe Schüttgüter oder Einblasperlen verfüllt. An der verputzten Fassade gehört die EPS-Platte ins WDVS, erdberührt in die Perimeterdämmung.

Quellen

Allgemeine Materialkunde, Stand Juni 2026, ohne Gewähr. Dieser Beitrag ersetzt keine Energieberatung und keine Planung. Welcher Dämmstoff im konkreten Fall geeignet ist, entscheidet die Prüfung des Bauteils vor Ort.