Kennwerte im Überblick
| Wärmeleitfähigkeit (Lambda) | ca. 0,045 bis 0,065 W/(m·K), gängige Produkte WLS 045 |
|---|---|
| Wärmeleitstufe (WLS) | 045 (produktabhängig auch darüber) |
| Brandverhalten | A1 nach DIN 4102 (nicht brennbar); Euroklasse A1 nach DIN EN 13501-1 |
| Rohdichte (Schüttdichte) | ca. 80 bis 100 kg/m³, je nach Produkt |
| Dampfdiffusionswiderstand (Mu) | ca. 3 (sehr diffusionsoffen) |
| Wasserabweisung | in hydrophobierter Ausführung dauerhaft wasserabweisend |
| Lieferform | lose Körner zum Schütten oder maschinellen Einblasen |
| Rohstoff | Perlit, ein vulkanisches Gestein, durch Erhitzen aufgebläht |
| Zulassung | DIN EN 14316-1 (Schüttdämmstoff EP); für die Kerndämmung der zweischaligen Wand ist eine produktbezogene bauaufsichtliche Zulassung des DIBt erforderlich, deren Gültigkeit am konkreten Produkt zu prüfen ist |
| Kostenniveau | mittlerer Bereich der Schütt- und Einblasdämmstoffe (projektabhängig) |
Was Blähperlite-Schüttung ist
Blähperlite entsteht aus Perlit, einem vulkanischen Gestein. Beim kurzen Erhitzen auf etwa 1.000 Grad verdampft das im Gestein gebundene Wasser, und das Korn bläht sich zu einem leichten, porigen Granulat auf. Das Ergebnis ist ein rein mineralischer Schüttdämmstoff.
Das Material wird nicht als Platte verlegt, sondern lose in Hohlräume geschüttet oder maschinell eingeblasen. Weil sich die Körner dicht aneinander legen, entsteht eine fugenlose, hohlraumfüllende Dämmschicht. Je nach Anwendung werden die Körner zusätzlich hydrophobiert, also dauerhaft wasserabweisend ausgerüstet.
Wärmeschutz, Feuchte und Brandverhalten
Die Wärmeleitfähigkeit liegt mit etwa 0,045 bis 0,065 W/(m·K) im mittleren Bereich der Schütt- und Einblasdämmstoffe; gängige Produkte werden mit der Wärmeleitstufe WLS 045 geführt. Damit dämmt Blähperlite etwas schwächer als Faserdämmstoffe, ist aber rein mineralisch und formstabil.
Blähperlite ist stark diffusionsoffen (Mu-Wert um 3). In der hydrophobierten Ausführung ist das Korn dauerhaft wasserabweisend: Es nimmt keine kapillare Feuchte auf, sodass die Dämmschicht auch bei durchfeuchteter Außenschale trocken und wirksam bleibt. Diese Eigenschaft ist die Voraussetzung für den Einsatz in der bewitterten Hohlschicht.
Als mineralischer Stoff ist Blähperlite nicht brennbar und wird nach DIN 4102 in die Baustoffklasse A1 eingestuft, nach DIN EN 13501-1 ebenfalls als A1. Es ist alterungs-, fäulnis- und schädlingsbeständig und volumenstabil.
Typische Einsatzbereiche
Blähperlite-Schüttung wird in Hohlräumen eingesetzt: unter Estrichen, in Decken und Geschossdecken sowie als Ausgleichs- und Dämmschüttung. Wegen der nicht brennbaren, mineralischen Beschaffenheit ist das Material auch dort interessant, wo es auf den Brandschutz ankommt.
In der hydrophobierten Ausführung ist Blähperlite zudem für die nachträgliche Kerndämmung des zweischaligen Mauerwerks geeignet und dafür bauaufsichtlich zugelassen. Es zählt zu den dauerhaft wasserabweisenden losen Dämmstoffen nach DIN 4108-10 (Anwendungstyp WZ) und wird zerstörungsfrei über vorhandene oder gebohrte Öffnungen in die Hohlschicht eingeblasen. Maßgeblich ist immer die jeweilige Produktzulassung, und der Einbau in die Hohlschicht ist herstellerseitig geschulten Fachbetrieben vorbehalten.
Ob Blähperlite oder ein anderer Schütt- bzw. Einblasdämmstoff sinnvoller ist, hängt vom Bauteil, von der Hohlschichtdicke, von der Feuchtesituation und vom gewünschten Dämmwert ab. Diese Einordnung gehört vor das Angebot, nicht danach.
Ökologie und Entsorgung
Blähperlite besteht aus natürlichem Vulkangestein. Für das Aufblähen ist Energie nötig, der Rohstoff selbst ist jedoch mineralisch, langlebig und unbedenklich. Das Material ist beständig gegen Fäulnis und Schädlinge.
Eingebaute Blähperlite-Schüttung wird je nach Zustand und örtlicher Regelung entsorgt. Die konkreten Wege richten sich nach den Vorgaben des Entsorgers.
Vor- und Nachteile
Vorteile
- rein mineralisch und nicht brennbar (Baustoffklasse A1)
- fugenlose, hohlraumfüllende Schüttung ohne Plattenstöße
- in hydrophobierter Ausführung dauerhaft wasserabweisend
- für die Kerndämmung zweischaliger Wände zugelassen
- alterungs-, fäulnis- und schädlingsbeständig, volumenstabil
Grenzen
- höhere Wärmeleitfähigkeit als Faserdämmstoffe (geringere Dämmwirkung je cm)
- Einbau in die Hohlschicht nur durch geschulte Fachbetriebe
- nur die hydrophobierte Ausführung ist für die bewitterte Hohlschicht geeignet
- Kerndämmung nur sinnvoll bei ausreichend breiter, sauberer Hohlschicht
Häufige Fragen
Ist Blähperlite brennbar?
Nein. Blähperlite besteht aus Vulkangestein und ist nicht brennbar. Es wird nach DIN 4102 in die Baustoffklasse A1 und nach DIN EN 13501-1 ebenfalls als A1 eingestuft.
Eignet sich Blähperlite für die Kerndämmung der Außenwand?
Ja, sofern es hydrophobiert, also dauerhaft wasserabweisend ausgerüstet ist. Solche Produkte sind für die Kerndämmung des zweischaligen Mauerwerks bauaufsichtlich zugelassen (DIN 4108-10, Anwendungstyp WZ). Der Einbau in die Hohlschicht erfolgt durch geschulte Fachbetriebe.
Verträgt Blähperlite Feuchte?
Die hydrophobierte Ausführung nimmt keine kapillare Feuchte auf und bleibt auch bei durchfeuchteter Außenschale trocken. Das Material ist stark diffusionsoffen und kann Wasserdampf passieren lassen.
Wie wird Blähperlite eingebaut?
Es wird lose in Hohlräume geschüttet oder maschinell eingeblasen. In die Hohlschicht einer zweischaligen Wand wird es zerstörungsfrei über Öffnungen mit leichtem Überdruck eingeblasen, sodass eine fugenlose Dämmschicht entsteht.
Quellen
- BauNetz Wissen, Blähperlit (Wärmeleitfähigkeit, Rohdichte, Mu, Baustoffklasse A1)
- Dämmatlas, Blähperlite-Schüttdämmstoff WLS 045 (Lambda, Lieferform, Anwendungen)
- Deutsches Institut für Bautechnik (DIBt), Zulassungsdatenbank, Schüttdämmstoffe aus expandiertem Perlit zur Kerndämmung (Beispiel Hyperdämm, Knauf Aquapanel, Z-23.15-1635, Gültigkeit am Produkt prüfen)
- Bauprofessor, Perlite (Normen DIN EN 14316-1, DIN EN 13169, DIN 4108-10, Kerndämmung)
Allgemeine Materialkunde, Stand Juni 2026, ohne Gewähr. Dieser Beitrag ersetzt keine Energieberatung und keine Planung. Welcher Dämmstoff im konkreten Fall geeignet ist, entscheidet die Prüfung des Bauteils vor Ort.